Ausstattung – Teil 6 – Klimatisierung

Im heutigen sechsten Teil dreht sich alles um Temperatur. Die gewünschte Innenraumtemperatur steht meist antizyklich zur Aussentemperatur. Im heißen Sommer möchten die Insassen ein kühles Auto, im kalten Winter sollte es mollig warm sein. Unterstützung bei diesem Unterfangen bieten drei Helfer.

Vorglühen im Stand

Ich war nie ein Freund von Standheizungen, weil ich nie deren Vorteil verstanden hatte. Als Jugendlicher fährt man im Sommer halt mit kurzer Hose, kurzem Hemd oder Shirt und macht die ersten Kilometer die Scheiben runter! Je älter ich wurde und je mehr die Kleiderordnung in Richtung Anzug ging, desto mehr ärgerte mich das kalte Auto im Winter und das heiße Auto im Sommer. Abhilfe schafft hier nur eine Standheizung, die im Porsche Standklimatisierung heißt. Der andere Name ist nicht ein Marketing Trick, sondern sagt, dass es sich hierbei nicht um eine vom Motor bzw. von Benzin angetriebene Standheizung handelt, sondern um eine elektrisch betriebene Standklimatisierung. Die Achillesferse an beiden ist, dass die Batterie bzw. das Benzin für Fahrt UND Standheizung genutzt werden. Die Benzinvariante wird ihren Dienst quittieren, wenn ein bestimmtes Benzin Niveau unterschritten wird und die elektrische Variante wird ebenfalls aufhören, wenn die Batterieladung zur Neige geht.

Für mich scheint allerdings die Benzinvariante sicherer, denn der Tankinhalt ist im Vergleich größer als die Batteriekapazität. Will meinen: die Batterie hält maximal 36 km und es scheint mir wahrscheinlicher, dass ich sie auf einer Fahrt leerfahre, so dass nach einer längeren Pause für Shopping oder Essen – ohne den Wagen an einer Stromtankstelle aufgetankt zu haben – keine Energie mehr für die Vorklimatisierung für die Weiterfahrt vorhanden ist. Hier ist ein Vorausdenken gefordert, was erst langsam zur Gewohnheit werden muss.

Da ich die Standklimatisierung allerdings hauptsächlich für den Reisestart benötige, der Wagen zu diesem Zeitpunkt an der Stromtankstelle steht und die zeitgesteuerte Ladung mit der Klimatisierung verknüpft ist, habe ich dieses Feature auf jeden Fall in die Konfiguration aufgenommen.

Fahren mit Handschuhen

Es ist Winter und der Wagen stand über Nacht – wie immer – draußen in der Kälte. Der Wagen ist also alles andere als mollig warm und die Fahrt zur Arbeit steht an. Die Hände sind kalt und zum Dank darf man das kalte Lenkrad umfassen. Wer kennt das nicht? Hierfür gibt es im Cayenne optional eine Lenkradheizung, mit der die kalten Hände aufgewärmt werden können.

Realitäts-Check: Brauche ich das? Wie häufig war das Lenkrad so kalt, dass ich es nicht anfassen konnte, weil mir sonst die Hände abgefroren wären? In meiner Erinnerung war das recht selten bis gar nicht der Fall. Ok. Wie häufig war das Lenkrad im Sommer so verdammt heiß, dass ich es nicht anfassen konnte, weil ich mir die Hände verbrüht hätte? Deutlich häufiger! Hilft da eine Lenkradheizung? Nein! Also dann wohl eher nicht. Als ich dann noch etwas länger darüber nachgedacht habe – und das habe ich bei fast allen Ausstattungsoptionen – fiel mir ein weiteres Detail ein. Das Lenkrad ist nur zu Fahrtantritt zu kalt, später während der Fahrt ist alles gut. Ich fahre aber meist von zu Hause aus los und dort steht der Wagen ja über Nacht an der Stromtankstelle – wie oben beschrieben – und wird vorklimatisiert. Ergo ist der Innenraum im Winter angenehm warm und das Lenkrad dementsprechend auch nicht mehr so kalt. Hier denke ich, dass ich mit der Standklimatisierung besser aufgehoben bin. Entsprechend ist die Lenkradheizung nicht in die Konfiguration eingeflossen. Ich werde berichten, ob ich dieses Feature vermisse bzw. inwieweit die Standklimatisierung nicht die Erwartungen erfüllt, das Lenkrad aufzuheizen.

Ist der Popo erstmal warm, ist der Rest nicht mehr so wichtig

Bleiben wir für einen Moment im Winter. Generell hatte ich gesagt, dass ich den Wagen zu Hause vorklimatisieren lasse, doch was ist mit den Fällen, in denen das nicht geht, in denen ich nicht von zu Hause aus starte und keinen Strom mehr habe? Für diesen Fall gibt es – Gott sei Dank – immer noch die gute alte Sitzheizung. Ich habe festgestellt, dass es für mich in einem kalten Auto wichtig ist, dass mein Hintern und mein Rücken warm sind. Der Rest wird kurze Zeit später durch die Heizung schon warm werden bzw. die Wärme von hinten reicht für eine bessere Durchblutung, mit der warmes Blut auch in die entfernteren Gliedmaßen kommt.

Sitzheizung und Lüftungseinstellungen mit freundlicher Genehmigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG unter www.porsche.de
Sitzheizung und Lüftungseinstellungen mit freundlicher Genehmigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG unter www.porsche.de

Im Falle der Sitzheizung habe ich mich allerdings auf die vorderen Sitze beschränkt, da sich die hinteren Mitfahrer zum einen gegenseitig wärmen oder alternativ bibbern können, ohne dabei die restliche Reisegruppe zu gefährden – das sähe beim Fahrer anders aus …

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