Reality Check – Rundumblick

Heute ist Zeit für den ersten erweiterten Reality Check – eine Miniserie, in der ich die vielen kleinen Nettigkeiten und zubuchbaren Optionen vorstellen werde. Und das „erweitert“ ist auch die Erklärung, warum mal wieder etwas länger nichts zu lesen war: denn in diesen Feature Focus-Episoden ist ein Video enthalten, damit Du Dir ein genaues Bild von den Vor- und Nachteilen machen kannst

Rundum-Blick

Der Surround-View war eine größere Umstellung, die allerdings erstaunlich schnell ging. Zu schnell und so offenbarten sich auch schnell die Tücken dieses insgesamt sehr guten und sinnvollen Features. Doch arbeiten wir uns von vorne nach hinten durch.

Surround-View – die Technik

Surround-View - seitliche Kameras
Surround-View – seitliche Kameras

Der Porsche Cayenne mit Surround-View kommt mit 4 Kameras daher. Eine Kamera in der Heckklappe für den Blick zurück, eine weitere im Bug oberhalb des Radarsensors für die ultra-Nahsicht und zwei weitere Kameras verstecken sich an der Unterseite der Rückspiegel. Diese Kameras zeigen nach unten und komplettieren ein Rundumbild.

Die Einstellmöglichkeiten

Surround-View - Split-Screen
Surround-View – Split-Screen

Im Kamera-Modus kann ich als Bediener wählen, was ich sehen möchte. Hierbei habe ich folgende Optionen:

  • Split Screen: Ein kleiner Teil zeigt mir ein Rundumbild und ein größerer Teil zeigt mir das Bild der Heckkamera
  • Surround-View: der gesamte Bildschirm zeigt ein Bild, mit dem Fahrzeug in der Mitte und dem kompletten Umfeld
  • Alarmierungszonen: über diese Schaltfläche können die Alarmierungszonen vor dem Bug und am Heck eingeblendet werden. Der Bildschirm zeigt diese als graue Bereiche und zeigt Objekte mit gelber bis roter Farbe, je nach Nähe.
  • Reifenspur: hiermit zeigt das Bild die Reifenspuren oder die Spur, die mit dem gegenwärtigen Lenkeinschlag erreicht wird. Es ist quasi die Projektion des Lenkeinschlages auf die weiteren Meter. Dieses Feature funktioniert natürlich nach hinten und nach vorne.
  • Kreuzungsblick vorne: dieses Feature schaltet in der Frontkamera auf Weitwinkel und zeigt damit verstärkt die Zonen am rechten und linken Rand. Es hilft damit genau dann, wenn ich aus einer Einfahrt herausfahre und am Straßenrand stehen Autos, zwischen denen ich durchfahren, aber leider nicht durchsehen kann. Über diese Kameraeinstellung kann ich quasi an den Autos vorbei nach rechts und links sehen.
  • Kreuzungsblick hinten: was vorne geht, geht natürlich auch hinten.

Surround-View – genial, aber nicht speicherbar

Surround-View - Weitwinkel Optionen
Surround-View – Weitwinkel Optionen

Bei allen schicken Einstellungen gibt es natürlich immer auch kleinere Dinge, die verbesserbar wären. So wird meine Entscheidung zur Kameraperspektive beim Einlegen des Rückwärtsgangs nicht gespeichert. Der Surround-View wird immer mit der Standard-Einstellung Split Screen aktiviert. Ich hätte aber gerne die Rundum-Perspektive und möchte das nicht jedes Mal wiederholen.

Zudem merkt sich das Auto auch nicht, dass ich die Spurmarkierungen sehen möchte – also die Linien, die anzeigen, wo das Auto mit dem derzeitigen Lenkeinschlag hinfahren würde.

Dieser Wagen merkt sich so vieles – Temperatur der Klimaanlage, Klimaanlage an oder aus, Einstellungen in der Multifunktionsanzeige, Sitz- und Spiegelposition – da müsste es doch wohl möglich sein, auch diese Vorliebe abzuspeichern.

Eine echte Hilfe bei einem großen SUV

Alles in allem ist der Surround-View eine echte Hilfe und ich möchte dieses Feature nicht mehr missen. Es erlaubt – ohne Übertreibung – ein Einparken mit diesem Koloss in einer extrem engen Parklücke bzw. das Rangieren durch Engstellen. Noch habe ich die Weitwinkel-Perspektiven nur einmal ausprobiert und noch keinen echten Einsatz gehabt. Ich finde die Idee allerdings ziemlich gut.

Das Vertrauen in die Sensoren – wenn es um die Fahrzeugecken geht – bedarf ein wenig Zeit. Auch die unterschiedlichen Perspektiven will das Gehirn erst verarbeiten. Die Frontkamera zeigt gerade nach vorne und das Bild beinhaltet durch den Weitwinkel den Blick nach vorne unten – Richtung Stoßstange des vorderen Fahrzeugs. Die Heckkamera ist nach hinten unten ausgerichtet und erlaubt dadurch einen besseren Blick auf den Abstand – weil der Fokus der Kamera auf die eigene Stoßstange ist. Hier ist für mich zumindest eine deutlich bessere Einschätzung des Abstands möglich als vorne.

Surround-View mit den Rundumsicht Optionen
Surround-View mit den Rundumsicht Optionen

Fahr-Erfahrungen

Es ist einen Monat still gewesen um meinen Blog. Das lag teilweise an einer höheren berufsbedingten Reisebelastung und teilweise an widersprüchlichen Erfahrungen. Daher muss ich meinen vorherigen Beitrag teilweise korrigieren, allerdings habe ich noch kein Muster gefunden … doch beginnen wir von vorne.

Er lädt, er lädt nicht …

Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass auch im „normalen“ Hybrid-Modus der Akku oberhalb der 20%-Grenze geladen wird. Wann, erschließt sich mir allerdings noch nicht genau. Folgende Beobachtungen habe ich bisher gemacht:

Der Porsche lädt häufig, wenn die Drehzahl bzw. die Effizienzanzeige im oberen Teil des grünen Bereiches ist und der Motor keine übermäßigen Steigungen absolvieren muss. Allerdings habe ich auch schon beobachtet, dass bei genau diesen Gegebenheiten, in der Ebene, der Akku nicht geladen wurde. Ob es mit dem aktuellen Ladeniveau der Batterie zu tun hat, weiß ich nicht. Ich werde wohl Porsche einmal anschreiben, vielleicht kann mir dort jemand ein Muster aufzeigen bzw. die Bedingungen nennen, unter denen der Wagen lädt.

Die zweite Beobachtung war urspünglich, dass bei einer Energieeffizienz oberhalb des grünen Bereiches keine Ladung der Batterie erfolgte. Doch auch hier habe ich mittlerweile Ausnahmen erlebt, bei denen auch an Steigungen und 40% Leistung der Akku geladen wurde.

Verbrauch – ein deutlicher Sprung nach oben

In Punkto Verbrauch ist der Wagen mittlerweile bei knappen 8,3 Liter pro 100 Kilometer angelangt. Diesen Wert verdanke ich einer längeren Tour nach Österreich, auf der naturgemäß der Akku nicht lange den Verbrauch im Zaum halten konnte und auf dessen Rückfahrt ich höhere Geschwindigkeiten gefahren bin. In Zahlen heißt das:

  • die Strecke war insgesamt ca. 1.800 Kilometer,
    • ca. 420 km an Tag 1 in moderater Geschwindigkeit – Geschwindigkeitsbegrenzung + 10 km/h, Höchstgeschwindigkeit 140 km/h
    • ca. 470 km an Tag 2, analog zum ersten Tag
    • ca. 900 km an Tag 3, Geschwindigkeitsbegrenzung + 10 km/h, Höchstgeschwindigkeit 210 km/h, weiter Strecken in Deutschland mit 170-190 km/h

Vor allem während der letztgenannten Fahrt ging der Durchschnittsverbrauch von vorher 7,5 auf 8,3 Liter pro 100 Kilometer hoch. Wir sprechen also von 10% der bis dato Fahrleistung, die den Durchschnittsverbrauch um 10% erhöht hat.

Insgesamt bin ich mit dem Verbrauch allerdings immernoch voll zufrieden.

Verfeinerungen eines Traumwagens

Mittlerweile sind wir etwas mehr als 6.000 Kilometer gefahren und es ist nach wie vor ein wunderbares Auto mit viel Fahrspaß und einem Dauergrinsen in meinem Gesicht. Das heißt aber nicht, dass es nicht Punkte gäbe, die verbessert werden könnten. Daher kommt heute ein Artikel, der einmal nichts mit dem Verbrauch zu tun hat. Es ist der erste Beitrag einer kleinen Mini-Serie.

Hybrid-Modus – „e-Power“-Verbesserung

Der Cayenne kommt mit zwei für mich relevanten Fahrmodi. Das eine ist der vollektrische und das zweite der „normale“ Hybrid-Modus. Im ersten Modus wird der Wagen quasi genötigt, solange irgend möglich, den Elektromotor zu nutzen. Das Gaspedal bekommt den Druckpunkt, an dem der Fahrer spüren kann, dass ab dann der Verbrenner zugeschaltet werden würde. Dieser Modus ist absolut sinnvoll für Stadtverkehr und Überlandfahrten. An seine Grenzen kommt er sehr schnell auf der Autobahn, denn auch dort zwingt er den Wagen möglichst lange elektrisch zu fahren. Geschwindigkeiten über 90 km/h saugen aber den Akku in Rekordzeit leer und machen den „e-Power“-Modus dadurch in meinen Augen zu einer puren Energieverschwendung.

In der Konsequenz schalte ich auf der Autobahn den „e-Power“-Modus aus und nutze den „normalen“ Hybrid-Modus. Hier wäre ein Schalter mit entsprechendem Modus „e-efficient“ sinnvoll. Erstens wäre es ein weiterer Knopf – das würde mich glücklich machen – und zweitens könnte damit bei Geschwindigkeiten über 90 oder 100 km/h der Wagen in einen milderen „e-Power“-Modus versetzt werden. Der könnte dann beispielsweise in Baustellen mit 80 km/h Begrenzung wieder den Elektromotor forcieren, bei Geschwindigkeiten darüber allerdings den Verbrenner bevorzugen.

Hybrid-Modus – Range Extender

Die zweite Verbesserung im Hybrid-Modus liegt im „normalen“ Modus und beinhaltet gleich zwei Dinge. Im Hybrid-Modus scheint der Wagen zu unterscheiden, ob er mehr als einen Balken (ca. 10% Akku) hat oder nicht. Wenn er mehr hat, dann bleibt er beim Anfahren relativ lange im reinen Elektrobetrieb, je geringer der Akku, desto schneller schaltet er den Verbrenner hinzu.

Verbesserung eins – der Verbrenner als Range Extender

Wenn ich mit fast leerem Akku in der Stadt unterwegs bin, nutzt der Wagen den elektrischen Antrieb so lange der Akku noch etwas hergibt. Wenn er komplett leer ist, schaltet er den Verbrenner hinzu, der dann den Antrieb übernimmt, und lädt den Akku auf. Sind erneut bis zu 20% Akku-Kapazität erreicht, schaltet er den Motor wieder aus – also unterhalb der Schwelle, an der der „e-Power“-Modus aktiviert werden könnte. Rein theoretisch könnte der Wagen doch – unter Beachtung der Start-Stopp-Funktionalität an Ampeln – den Verbrenner nutzen, um die Batterie aufzuladen bei gleichzeitiger Nutzung des elektrischen Antriebs. Somit wäre der Verbrauch, mit nahezu Standgas – während der Fahrt recht niedrig und der Antrieb über den elektrischen Motor würde so am Leben erhalten werden bzw. die Batterie weiter aufgeladen werden. Das könnte in meinen Augen wieder ein Schalter sein „Smart-Charge“ … 🙂

Verbesserung zwei – Aufladen soweit möglich

Dieser „Smart-Charge“-Modus könnte auch für den regulären Hybrid-Betrieb genutzt werden. Ein Beispiel: Ich fahre den Wagen bis zur Autobahn elektrisch und der Akku hat bei der Auffahrt eine Restkapazität von 50%. Ich deaktiviere den „e-Power“-Modus und nun fährt der Wagen vornehmlich mit dem Verbrenner. An den Stellen, wo es möglich ist, nutzt er den elektrischen Antrieb. Er lädt allerdings den Wagen in diesem Modus ausschließlich über Rekuperation bei Bremsen. Dadurch wird die Batterie irgendwann leergefahren. An dieser Stelle setzt wieder das Thema von oben ein, dass der Wagen nun die Batterie nur zu max 20% laden wird – außer durch Bremsvorgänge. Hier wäre der „Smart-Charge“ ggf. in der Lage, den Akku auch weiter aufzuladen, ohne merklich den Verbrauch zu erhöhen.

Weitere Verbesserungen folgen im nächsten Beitrag. Stay tuned!

3.000 Kilometer Einfahren sind vorbei

Dreitausend Kilometer sind gefahren! Endlich ist auch der Benzinmotor knapp 1.600 Kilometer gelaufen und darf jetzt langsam mit höheren Drehzahlen konfrontiert werden.

Und? Wie ist der Verbrauch? Wie viel fährst Du elektrisch?

Ich bin immer noch überrascht, dass ich nach wie vor knapp die Hälfte der gesamten Fahrstrecke elektrisch zurückgelegt habe. Dieses Verhältnis hätte ich bei meinem Fahrprofil (Wir erinnern uns: Kuttang) definitiv nicht erwartet – zumindest nicht auf die gesamte Fahrleistung. Für den Weg zur Arbeit hatte ich ehrlicherweise mit einem höheren Anteil an elektrischen Kilometern gerechnet, dafür mit deutlich weniger auf den längeren Strecken. Es gleicht sich also in meinem Fall aus.

Was heißt das jetzt für den Verbrauch? Auf meinem Weg zur Arbeit hat sich im Vergleich zum vorherigen Bericht keine wirkliche Veränderung ergeben. Hier liegt der Verbrauch zwischen 5 und 6 l/100 km, wobei ich ziemlich genau 50% der Strecke elektrisch und 50% mit Verbrenner fahre. Der Anteil der elektrischen Kilometer hängt sehr stark von den Gegebenheiten auf der Fahrt ab und variieren daher. Ein Beispiel: Auf meiner Arbeitsstrecke liegen insgesamt fünf Ampeln (auf 25km … ich schätze mich glücklich). Die kritischen beiden Ampeln liegen strategisch eher schlecht für einen schweren Hybridwagen, denn sie liegen am Hang. Hier ist der Unterschied recht hoch, ob die Ampel grün ist und ich mit der Geschwindigkeit von 60 km/h durchfahren kann oder ob ich anhalten und von 0 auf 60 km/h gegen den Berg beschleunigen darf.

Auf den längeren Strecken – alles über 50km aber unter 350km – hängt der Verbrauch sehr stark davon ab, wie häufig der Akku wieder aufgeladen wird. Ich hatte Strecken mit knapp 7,8 l/100km, auf denen ich den Akku nicht aufgeladen habe und üblicherweise liegt der Verbrauch beim Aufladen recht schnell bei 10 l/100km, die dann aber auch ebenso schnell wieder auf solide 9,6l runtergehen. Insgesamt liege ich nach 3.400 Kilometern auf einem Durchschnittsverbrauch von 7,4 Litern.

Die längste Strecke am Stück waren bisher ca. 300 Kilometer, die sich im weiteren Tagesverlauf auf insgesamt knapp 650 Kilometer steigerten. Davon entfiel ein Löwenanteil auf die Autobahn (sicherlich um die 570-600 km), ein kleinerer Teil auf Stadtgebiete (ca. 30-40 km) und sehr wenig Strecken auf Landstraßen. Am Ende dieses Tages hatte ich auf der gesamten Strecke dreimal den Akku aufgeladen und wieder leergefahren und einen Verbrauch von 8,5 Liter.

Was sind weitere Erkenntnisse nach dieser Strecke?

Während der Fahrt habe ich die Beobachtung gemacht, dass gerade für Autobahnfahrten der e-Power-Modus am besten ausgeschaltet bleibt. Hier „zwingt“ die Logik den Wagen in den elektrischen Modus, was gerade bei Geschwindigkeiten um 130 km/h schnell den Akku leer saugt. Das bedeutet letztlich, dass ich zwar einige wenige Kilometer voll elektrisch fahre, dann aber wieder aufladen muss, was im Mittel – zumindest gefühlt – teurer kommt. Diese Entladung scheint einfach nicht sinnvoll, hier ist nach meiner Beobachtung der normale Hybridmodus aus zwei Gründen deutlich besser.

  1. Der Wagen scheint mit dem Stromtank in diesem Modus besser zu haushalten – der Wagen lädt während der Fahrt mit dem Verbrenner scheinbar in unteren Drehzahlen und bei gleichmäßiger, langsamer Fahrt den Akku immer wieder ein Stück auf. Somit bleibt der elektrische Tankstand recht stabil.
  2. Das Hybrid-Management des Wagens scheint den Verbrenner als Range Extender zu nutzen – ich habe es jetzt häufiger gesehen, dass der Wagen im Energiefluss anzeigt, dass der Benzinmotor die Räder antreibt, allerdings dreht der Motor auf niedrigster Drehzahl und scheint mir eher den Akku aufzuladen, während gleichzeitig der Antrieb aus dem elektrischen Motor kommt. Also ein Stückweit der von mir erwähnte RangeExtender-Gedanke für den Benziner. Ob das so ist, weiß ich allerdings nicht.

Ich werde dies weiter beobachten und meine Erfahrungen berichten.

Die ersten 1.000 Kilometer

Heute ist der erste Reality Check nach knapp 1.000 Kilometern Fahrt und die Ergebnisse haben mich positiv überrascht. Ein großer Teil der Verbrauchshoffnungen sind eingetroffen.

Die Hälfte ist rum!

Es begann mit der Heimfahrt von Zuffenhausen über einen Shopping-Stop in der Nähe von Würzburg – S. Oliver Outlet – mit knapp 300 Kilometern. Auf der Strecke habe ich einen kompletten Re-Charge auf der Autobahn durchlaufen lassen und bin durchschnittlich entweder 90 km/h – bedingt durch die Baustellen – bzw. 130 km/h gefahren. Ergebnis 9,6 Liter Durchschnitt.

Zu Hause angekommen konnte am nächsten Tag der Reality Check für den Weg zur Arbeit beginnen, doch zuvor fiel ein kleines Detail positiv auf: Entgegen der Aussage in der Porsche App „Gut zu wissen“ bleibt der Verbrennungsmotor beim Start für die ersten ca. 300 Meter aus. Ich kann also jede Fahrt – auch innerhalb der ersten 1.000 Kilometer – rein elektrisch beginnen.

Die erste Fahrt zur Arbeit konnte noch etwas draufsetzen und brachte eine sehr positive Überraschung. 11 Kilometer Autobahn, 12 Kilometer Landstrasse und 2 Kilometer Stadtverkehr brachten folgendes Ergebnis:

  • 4,7 Liter Durchschnittsverbrauch;
  • alle 14 Kilometer Land und Stadt wurden rein elektrisch gefahren,
  • die Autobahn erwartungsgemäß mit Verbrenner.
  • Bei der Ankunft war die elektrische Reichweite noch bei 22 Restkilometern!

Die Rückfahrt brachte ein Stück weit die Realität in den Traum zurück. Streckenmäßig identisch zur Hinfahrt – in umgekehrter Reihenfolge – allerdings bergauf, daher 6,3 Liter Durchschnittsverbrauch und elektrische Restreichweite bei Ankunft: 3 Kilometer. Macht also einen Durchschnitt für die gesamte Strecke von 5,5 Liter und die Erkenntnis, dass die E-Reichweite – zumindest im Sommer – ausreicht. Rechnerisch kamen knapp 28 Kilometer e-Reichweite heraus, allerdings wie beschrieben hälftig bergab und hälftig bergan.

Zumindest die ersten drei Bürotage blieben die Daten gleich mit einem Tiefenrekord auf dem Hinweg von 4,0 Liter. Kleine Abweichung am Freitag, da ich mittags nochmal in die Stadt musste und somit die elektrischen Kilometer leergefahren habe. Damit war der Heimweg fast komplett dem Verbrennungsmotor vorbehalten – bis auf 5,7 elektrische Kilometer. Ergebnis: 11,3 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer. Zum Vergleich kann ich sagen, dass auch der Jeep mit 2,4 Liter Hubraum auf dem gleichen Weg einen Verbrauch von 11,5 bis 12,5 Liter hatte.

Besonderes Ereignis: Fahrt in den Rheingau

Eine weitere sehr positive Überraschung hatten wir bei einer Tour in den schönen Rheingau. Wir sind gestartet im e-Power-Modus und dem Navi habe ich bewusst Autobahnen und Fähren verboten, damit wir eine schöne Überlandstrecke fahren können. Wer die Strecke nicht kennt, kann sich ein munteres, leicht hügeliges Auf und Ab als Strecke vorstellen. Der erste Teil der Strecke ist mehrheitlich bergab, bevor auf der Hälfte nach Wiesbaden dann die Hügel bergan kamen. Anbei das ungefähre Höhenprofil.

Höhenprofil der Fahrt in den Rheingau

Ergebnis: Wir kamen mit der elektrischen Ladung insgesamt knapp über 35 km, bevor der Verbrenner einsetzte – was er bei einer Restreichweite von 2 Kilometern macht. Also knapp an der Werksangabe! Das war eine sehr positive Überraschung und hat mich extrem glücklich gemacht. Die Rücktour war dementsprechend hauptsächlich mit dem Verbrenner und so kamen wir auf den knapp 82 Kilometern auf einen Durchschnittsverbrauch von 6,3 Litern auf 100 Kilometer.

1.095 Kilometer sind gefahren

Fakten bei 1.095 Kilometern
Tank: noch über 70 km Restreichweite – bei 130 Restkilometern ging die Warnleuchte auch an
Distanz elektrisch: 540 Kilometer
Distanz Verbrenner: 555 Kilometer
Tankmenge: 71 Liter
Enthalten: Während Verbrennerfahrten insgesamt zweimal den Akku aufgeladen
Stromverbrauch: ca. 150 kW/h
Kosten: (71,5 Liter * 1,54 Euro) + (150 kW/h * 0,2 Euro) = 110 Euro + 30 Euro = 140 Euro
Verbrauch: 140 Euro = (91 Liter Super Plus / 1095 Kilometer) * 100 = 8,3 l/100 Km

PCM bei 1.000 Km

Ich war sehr positiv überrascht, dass ich nur ca. 550 Kilometern mit dem Verbrennungsmotor gefahren bin. Die Überlegung kam recht schnell, dass ich ja den Verbrennungsmotor 1.000 bis 1.400 Kilometer einfahren möchte, und dementsprechend bei gleicher Fahrweise und Strecke also noch mindestens eine bis zwei weitere Tankfüllungen benötige.

Derzeit ist der Verbrauch des Verbrenners recht hoch, was auch mit an der Einfahrphase liegt. Dennoch werde ich das Verhalten beobachten, rechne aber erst ab knapp 20.000 Kilometern mit einer kleinen positiven Veränderung – das war bisher auch bei Audi und dem Jeep der Fall.

Erlebnis Werksabholung – Werksführung

Im zweiten Teil der Werksabholung möchte ich Dir die Führung durch das Werk schildern und Dir die in meinen Augen spannendsten Fakten aufzeigen. Den letzten Programmpunkt des Tages – das 3-Gänge-Menü – habe ich hier ebenfalls mit aufgenommen. Doch erstmal die Führung.

Charlie und die Schokoladenfabrik

Entgegen der Schilderungen im Porsche Forum war es bei uns kein Pensionär, sondern ein jüngerer Porsche Mitarbeiter, der uns durch das Werk führen sollte. Den Inhalt hat diese Personalien nicht verändert. Zunächst wurden obligatorisch die Mobiltelefone eingesammelt, da im Werk natürlich ein striktes Fotografierverbot herrscht … wir sind halt nicht die NSA, die haben sehr wahrscheinlich gutes Bildmaterial.

Bedingt durch die Zeit der Führung – Start 10:30 Uhr – mussten wir die Tour rückwärts durchlaufen, da nach und nach Bereich für die Öffentlichkeit gesperrt wurden. So begannen wir also bei der Endmontage der Türen und dem Feinschliff und arbeiteten uns rückwärts durch die Fabrik zu der Hochzeitsstation, dem Einsetzen der Armaturentafeln, dem Einsetzen der Scheiben bis zu den Rohkarossen. Alles in einem klinisch sauberen Werk, in dem die Taktzeit bei 3 Minuten 44 Sekunden liegt.

Spannende Details ab Werk

  • Die einzige Station, die von Robotern bearbeitet wird, ist das Einsetzen der Scheiben. Hier arbeiten zwei Roboter zusammen, von denen der erste die Checkpunkte am Rahmen des Fahrzeugs vermisst und der zweite die Scheibe aufnimmt, reinigt und anschließend den Kleber auftragen lässt und die Scheibe einsetzt. Dieser Schritt kann nur von Robotern in der Zeit von 3:44 Minuten mit dieser hohen Präzision erledigt werden. Wer schon einmal eine Front- oder Heckscheibe hat wechseln lassen, kann dies bestätigen.
  • Der Rest der gesamten Produktion ist Handarbeit!
  • Die Mitarbeiter bei Porsche können in den kleinen Pausen ihre Station auch in begrenztem Maße wechseln, um so auch der Monotonie zu entgehen. So bleibt die Zufriedenheit und die Motivation in der Belegschaft auf einem hohen Niveau. Die Prozesse sind an Tafeln mit Bildern belegt, so dass bei Fragen jeder Mitarbeiter nochmal für die speziellen Handgriffe nachsehen könnte – in der Taktzeit.
  • Am Band ist der ganze Modellmix von Porsche wild durchmischt hintereinander: ein 911’er gefolgt von einem Cayman als Rechtslenker, gefolgt von einem Turbo und so weiter. Alle werden am gleichen Band, direkt hintereinander verarbeitet.
  • Es werden im Werk nur die Porsche produziert, die bereits verkauft wurden. Porsche produziert nicht auf Halde.
  • Die Taktzeit bedeutet schlussendlich, dass ein Porsche in Zuffenhausen in etwas über 8 Stunden fertiggestellt ist.
  • In Zuffenhausen steht das einzige Motorenwerk von Porsche, hier werden alle Motoren produziert, die in den Porsches verbaut werden. Im Motorenwerk ist die Taktzeit abweichend vom Restwerk 5 Minuten irgendwas. Auf zwei Bahnen werden jeweils Boxer und V-Motoren zusammengeschraubt, kalt getestet und abgenommen.
  • In der Sattlerei gibt es keine Taktzeit, hier kommt es auf die hohe Präzision an und ein Blick auf die Arbeit bestätigt dies eindrucksvoll. Alle lederumfassten Teile werde in liebevoller Handarbeit bearbeitet.

Gourmet Mittagessen

Von der Werksführung ging es zum 3-Gänge-Menü in das Gäste Restaurant des Werks. In edlem Ambiente in der höchsten Etage kann man hier den Ausblick auf den Porsche Platz genießen und schlemmen. Jeder Gang war sehr gut und wirklich lecker. Da das Menü sich häufig ändert, verzichte auf eine detaillierte Wiedergabe der einzelnen Gänge. Zum Essen gab es alle möglichen Getränkearten und die Fahrer erkennt man üblicherweise daran, dass sie die Frage nach einem Wein verneinen. Es ist eine Mischung aus Enttäuschung – den bestimmt guten Wein nicht probieren zu können, weil man noch fahren muss – und Vorfreude – alle möchten bei allen Sinnen sein, wenn sie ihr Auto in Empfang nehmen.

Hier schloss sich dann für mich auch der Kreis über die Programmpunkte. Wie viele schon angenommen habe, so bin auch ich der Überzeugung, dass die Punkte unterschiedlich geplant sind für die unterschiedlichen Ankunftszeiten der Abholer und begrenzt noch Wechsel zulassen. So sassen wir beim Essen mit Menschen, die ihr Auto noch übernehmen würden, während wir schon alles erledigt hatten.

Museum? Vertagt!

Den letzten Programmpunkt haben wir aber dann doch verschoben: Das Museum. Ich möchte es auf jeden Fall einmal ansehen, doch an diesem Tag waren die Eindrücke schon so zahlreich, dass ich mehr nicht hätte aufnehmen können. Denn jetzt sollte ja die Heimfahrt im eigenen Auto folgen! Dies hatte mein Verstand nach wie vor noch nicht verarbeitet.

Die Heimfahrt mit allen Eindrücken und den Verbräuchen schildere ich im nächsten Bericht!

Erlebnis Werksabholung – Fahrzeugübergabe

Der Tag der Tage ist nun (leider) auch vorbei und wie angekündigt – allerdings etwas später als geplant – möchte ich Dir meine Eindrücke schildern und Dich somit ein klein bisschen teilhaben lassen. Aufgrund der Länge des Beitrags habe ich ihn in zwei Teile geteilt. Hier ist der erste Teil.

Judgement Day

Porsche LoungeDie Anmeldung des Porsche bei der Kfz-Zulassungsstelle verlief absolut reibungslos und blitzschnell – entgegen dem zweiten Wagen, den wir ummelden wollten und vor Ort feststellen mussten, dass der TüV im Juni abgelaufen war … Nach einigem Hin und Her war aber auch das erledigt, so dass wir am Nachmittag in die Bahn nach Stuttgart steigen konnten. Dort angekommen haben wir direkt die Bahn zum Motel One genommen. Alles in allem eine angenehme Reise mit der Bahn, die in diesem Fall auch erstaunlich pünktlich war.

Wir hatten die Woche vor der Abholung Urlaub im 5-Sterne Hotel gemacht, daher war das Motel One ein recht starkes Kontrastprogramm. Nichtsdestotrotz ist es angenehm, unkompliziert und stylish. Entgegen einiger Schilderungen im Porsche Forum von Enthusiasten, die in der Nacht vor der Abholung kaum schlafen konnten, habe ich genächtigt wie ein Baby und konnte somit gut erholt den Tag der Tage starten. Schnell gefrühstückt, Sachen zusammengepackt, in das am Vorabend bestellte Taxi gestiegen und auf zum Porsche Werk, denn die Abholung begann um 8:30 Uhr. Am Porscheplatz ist sehr deutlich zu sehen, warum der Platz seinen Namen hat. Rundherum ist nur Porsche: das Porsche Museum, das Porsche Zentrum Zuffenhausen und das Werk. Am Tor der Traumwagenfabrik fragte ich brav nach dem Ort für die Werksabholung und ein freundlicher Security Mann – kein Widerspruch in sich – fuhr meine Frau und mich passenderweise im Cayenne S e-Hybrid einmal um das Gebäude zum Eingang der Abholung.

Kurzfristige Abgabe der Insignien des Eigentums

Dort angekommen wurden wir nett von den Damen begrüßt und nach den Details gefragt: Name, abzuholendes Fahrzeug, Kennzeichen, Umweltplakette, Fahrzeugpapiere. Während meine Frau sich in der Lounge niederließ, konnte ich diese Details klären und wurde über den Ablauf informiert:

  • Fahrzeugübergabe
  • Werksführung
  • Mittagessen
  • (Museum)

Also leicht anders als erwartet und ich begann das Muster hinter dem Ablauf zu erkennen. Nach der Abgabe der Kennzeichen und der Überprüfung der Papiere benötigen die Kollegen noch knapp 20 Minuten zur finalen Präparation des Fahrzeugs. Nettes Detail bei den Kennzeichen: ich wurde gefragt, ob ich die Kennzeichen direkt an das Fahrzeug oder in einen Rahmen haben möchte. Die nette Dame zeigte mir zwei Bilder von den beiden Optionen und ich entschied mich für die Rahmen. Ich hatte einen Moment daran gedacht, was diese Rahmen wohl jetzt an Aufpreis kosten – mittlerweile kenne ich ja die Aufpreispolitik und das Preisniveau bei Porsche – doch es stellte sich schlussendlich heraus, dass keine weiteren Kosten anfallen. Guter Start! Dann nahm auch ich Platz in der Lobby – wie auf dem oberen Bild zu sehen. Hinter mir kannst Du noch einen Teil der Theke sehen, auf der kleine belegte Schnittchen und Croissants angeboten wurden und eine Mitarbeiterin lief durch die Lounge und brachte die gewünschten Getränke. Das konnten wir gar nicht ausgiebig genießen, denn die 20 Minuten gingen schneller rum als gedacht. Es stellte sich ein älterer Herr vor, der uns zum Wagen bringen und dort das Fahrzeug erläutern und übergeben wollte. Nichts lieber als das! Der Mann hatte einen leicht schwäbischen, teils fränkischen Dialekt und auf meine Frage nach der Herkunft entgegnete er, dass er eigentlich aus Amerika kommt. Aber 30 Jahre im Schwabenländle gehen halt nicht spurlos an einem vorüber. Die Halle zur Fahrzeugübergabe ist ziemlich groß, so dass die Autos in insgesamt zwei Abschnitten jeweils rechts und links einer Mittelgasse stehen. Die Gasse ist letztlich der Weg der Ausfahrt und die anderen Wagen formen ein angenehmes und angemessenes Spalier.

Und da stand er.

Mein Porsche Cayenne S e-HybridUnser wunderschönes neues Auto – maßgeschneidert mit allem, was wir haben wollten. Obwohl es ein ganz toller Moment ist, war mein Verstand noch nicht in der Lage zu begreifen, dass dieses Auto hier uns gehört. Das sollte erst wirklich viel später kommen. Es folgten die obligatorischen Fotos von meiner Frau, mir und dem Auto und auch hier zeigt sich Porsche von seiner besten Seite, denn standardmäßig werden zwar mehrere Fotos geschossen und eines gedruckt und in einer schönen Mappe mit einem Metallstück mit der Fahrzeugnummer und einer Skizze eines Porsche später übergeben. Meine Frau fragte, ob die Fotografin ein Foto nur von mir und dem Wagen machen könnte – weil meine Frau ein Bild von ihrem stolzen Mann vor dem neuen Auto haben wollte. Ich liebe Sie für die vielen Kleinigkeiten dieser Art! Schlussendlich bekamen wir die Mappe mit dem Bild von mir und eine zweite, kleinere Mappe (ohne das Metallstück und die Skizze) mit dem Bild von uns dreien. Ein netter Service und schnell geschaltet von den Mitarbeitern.

Der Schlüssel liegt bei jedem Porsche auf dem Armaturenbrett über dem Lenkrad und da bleibt er zunächst auch liegen, denn als erstes beginnt der Rundgang um das Auto mit den Erläuterungen. Erster Halt: Kofferraum. Wo geht er auf, wie kann man den Wagen absenken zum Beladen und wie fährt er wieder hoch. Dann der Blick unter die Bodenplatte auf die Hochvoltbatterie mit der Mahnung, hier nur Fachleute ranzulassen und keine weiteren Gegenstände dort zu verstauen. Na gut. Nächster Stopp: Fahrertür. Einsteigen? Fehlanzeige! „Hier ist der Hebel für die Motorhaube“ und auf gings zur nächsten Station: dem Motor. Auch hier der Hinweis, die Finger von allen grell-orangefarbenen Kabeln zu lassen. Kriege ich hin, will ja fahren, nicht basteln! 🙂

Dann durfte ich endlich auf meinen Fahrersitz einsteigen! Nun wurde mir in einer knappen Stunde das Auto erklärt. Die Detailtiefe kann man bestimmt variieren, doch ich wollte das ganze Programm! War ja auch ein gutes Wiederholen meiner Vorbereitung, dann bleiben die Sachen besser hängen. Das Finale ist dann die Ausfahrt mit dem eigenen Fahrzeug aus der Halle. Vor mir fuhren schon zwei 911’er aus der Halle und dem ein oder anderen verschlug es die Sprache, als unser Cayenne lautlos den Weg antrat. Ein Hochgenuss und wahnsinniges Gefühl. Den Wagen konnten wir auf dem Parkplatz im Inneren des Werks abstellen, denn nun ging es zur Werksführung, die ich im nächsten Teil schildern werde.

Andacht

Heute ist der Tag der Tage. Der Tag an dem für mich ein Traum in Erfüllung geht. Um 8.30 Uhr sind wir in Zuffenhausen und holen Iggy ab. Ich werde morgen berichten, wie der Tag verlaufen ist (Ablauf).

Was kann oder soll man an diesem Tag sagen oder schreiben? 15 Wochen Wartezeit von der Bestellung bis zur Abholung sind ins Land gezogen – über 50 Artikel sind verfasst und online. Teilweise verging die Zeit rasend schnell, teilweise in gefühlten Sekunden, teilweise blieb die Zeit stehen. Jetzt ist das Warten vorbei. Die Wahrnehmung konzentriert sich auf einen Moment, ein Objekt. Ich glaube, den Moment der Andacht, den ich im Artikel über die Werksführung angesprochen hatte, werde ich genießen und auskosten. Es gibt diese Momente im Leben, in denen man sich einen lange geträumten Traum erfüllt oder etwas verwirklicht, woran man lange gearbeitet hat. Genau in diesen Momenten heißt es für mich innehalten und mit allen Sinnen wahrnehmen und diese Eindrücke abspeichern. Es ist ein Teil von dem, was uns zu Menschen macht. Egal, ob es ein Auto ist oder ein selbst gebautes Ruderboot, eine Modelleisenbahn oder was auch immer es sein mag, an dem das Herzblut hängt. Es ist in diesem Moment das Universum und alles andere ist weg. Die Freude, etwas abgeschlossen zu haben, das Endergebnis seiner Arbeit zu sehen oder eben wenn der Traum Realität wird und dann vor mir steht. Besondere Momente eben.

Es ist auch der Punkt, an dem Vorstellungen, theoretische Gedankenkonstrukte und Überlegungen langsam, aber unaufhörlich Erfahrungen weichen. Jetzt wird sich zeigen, ob all die Gedanken etwas in der Realität taugen. Ob all die Vorfreude auf bestimmte Dinge wie beispielsweise Features des Autos sich bewahrheitet bzw. halten, was ich mir von ihnen erhoffe.

Ich werde in einem künftigen Artikel diesen Moment und die Heimfahrt noch einmal Revue passieren und somit Dich teilhaben lassen. Ab jetzt entschleunige ich diesen Blog – die Frequenz der Beiträge – und ändere den Inhalt zu den Erfahrungsberichten. Ab jetzt heißt es: Reality Check!

Perfektionismus

Ein Traumwagen heißt so, weil derjenige sich in seinem Traum diesen Wagen genauso vorgestellt hat. Soweit so gut, kann man dann also einen Traumwagen noch verbessern?

Da geht noch was

Es ist ein Traum, der Realität wird, doch jeder Traum kann in der Realität auf seine Grenzen treffen. Ein erfundenes, skurriles Beispiel. Ich habe schon immer von Flügeln an meinem Auto geträumt – habe ich nicht – und mit meinem neuen Auto habe ich diesen Traum endlich erfüllt – werde ich nicht. Jetzt merke ich, dass ich durch diese Flügel dauernd an irgendwelchen Dingen hängenbleibe beim Fahren. War es mein Traum? Ja. Kann man diesen Traum verbessern? Mit Sicherheit.

Somit ist eine Quelle für Verbesserungen dort, wo sich der Traum in der Realität nicht als nützlich erweisen kann. Eine weitere Quelle ist die Weiterentwicklung von den Träumen. Insofern sind Träume wie Ziele. Ein Hochsprungathlet hat als Kind vielleicht den Traum, 2,35 Meter zu überspringen. Dann wird er älter und erreicht diesen Traum. Dann hat er entweder den nächsten Traum oder er wird seinen Traum anpassen, denn jetzt möchte er vielleicht 2,40 Meter überspringen.

Ähnlich ist es beim Auto in meinen Augen, mit einer Einschränkung. Es geht mir nicht darum, dass beim Erreichen des Traumwagens ein neues Auto mein neuer Traumwagen wird. Ich finde interessanter, ob und wenn ja welche Dinge an meinem Traumwagen noch verbessert werden können.

Natürlich gibt es bestimmte Dinge, die ich mir in einem Auto im allgemeinen besser vorstellen kann – das erfüllt derzeit aber noch kein Auto, weil die Technik noch nicht soweit ist oder ich der einzige bin, der so etwas haben wollen würde … Beispielsweise kann ich im Porsche mit den Schalt-Paddles die Gänge wechseln, doch warum kann ich nicht auch die Einstellung der Automatik am Lenkrad vornehmen. Warum muss ich überhaupt eine Einstellung wählen? Wenn ich den Wagen starte, mich angeschnallt habe, das Lenkrad umfasse und auf das Gaspedal drücke, will ich losfahren. Wenn ich die Bremse drücke bis zum Stillstand, den Sicherheitsgurt löse und die Tür öffne, will ich den Wagen parken. Das sind generelle Dinge, die derzeit noch kein Auto kann.

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Gibt es etwas, dass ich an dem Cayenne ändern wollen würde? Vor ein paar Jahren konnte man in den Autos den Vordersitz in der Längsposition (nach vorne und hinten) nur auf einer Schiene in verschiedenen vorgegebenen Positionen verstellen – der Sitz musste einrasten. Die Rückbank war starr. Heute sind wir soweit, dass in vielen Autos die Vordersitzt stufenlos elektrisch verstellbar sind und die Rückbank hat die Schiene bekommen. Hier könnte doch auch durchaus eine elektrische Verstellung realisiert werden.

Eine Schnittstelle, die es derzeit schon besser gibt und die ich mir beim Porsche noch besser wünschen würde, ist die Verbindung zwischen Mobiltelefon und Fahrzeug. Ich hatte in einem vorherigen Artikel über Porsche Car Connect App berichtet, doch damit kann ich nur eine Auswahl an fahrzeugspezifischen Funktionen bedienen. BMW beispielsweise hat eine Verbindung, über die ich Navigationsziele direkt an das Auto übergeben kann und nach dem Einsteigen zeigt mir das Navigationssystem direkt die Daten und beginnt die Route.

Auch das Head-Up-Display im BMW habe ich kürzlich bestaunen dürfen und sehe es – nach einem ersten Blick – als sehr sinnvolle Ergänzung. Ich habe direkt meine Geschwindigkeit und das eventuell vorhandene Tempolimit im Blick und muss nur noch gelegentlich auf die Instrumente unter dem Armaturenbrett schauen. Ich sehe ohnehin den großen Bildschirm in der Mitte als wenig sinnvoll. Fahrer und Beifahrer müssen zur Seite blicken, gerade beim Touchscreen ist die Bedienung teilweise auch mit Verrenkungen verbunden. BMW, Audi, Mercedes, Porsche und andere machen doch schon den ersten Schritt: Im Display zwischen den Tachometern und Drehzahlmessern kann ich mir das Navigationsbild anzeigen lassen. Ich brauche den großen Bildschirm in der Mitte nicht mehr. Vor allem in Verbindung mit dem Head-Up-Display.

Ich schätze, es gibt noch weitere Dinge und ich bin mir absolut bewusst, dass die meisten Dinge ein „Jammern auf hohem Niveau“ darstellen. Wir reden ja in diesem Beitrag auch von Perfektionismus. 🙂