Diebstahlschutz wird von deutschen Versicherern nicht belohnt

Manche Dinge sind schon schizophren und so möchte ich heute einen Punkt in der Ausstattung behandeln, den ich doch wieder abgewählt habe. Warum? Hier kommt die Geschichte.

Eine gute Idee

Dieser Tage läuft im Fernsehen und häufig auch bei Youtube-Videos die Audi Werbung, in der es um GPS Ortung des Fahrzeugs nach einem Diebstahl geht. Generell eine großartige Idee, denn in meinen Augen macht es den Fahrzeugdiebstahl richtig unattraktiv für Dritte. Porsche hat hier mit PVTS Plus ein Rundum-Sorglos Paket geschnürt. In diesem Paket ist neben dem normalen Car Connect Services eine persönliche Driver Card für den Eigentümer enthalten.  Hierüber kann das Fahrzeug den Eigentümer identifizieren. Ich weiß nicht, ob bei fehlen der Karte der Motor nicht startet oder was die Einschränkungen sind, doch scheint mir das eine sehr sichere Sache zu sein. Zudem kann bei einem Diebstahl über die App direkt über eine Rufnummer ein Service zur Fahrzeugauffindung aktiviert bzw. abgerufen werden. Hier wird in Verbindung mit der Polizei direkt die „Fahndung“ eingeleitet.

Ich war begeistert von der Idee und hakte bei meiner Versicherung nach. Ergebnis? Keine Reduktion der Beiträge. Wie bitte? Nur mal kurz zum Rekapitulieren: ich kaufe ein Auto, bei dem ein GPS eingebaut ist und ein Service mitgebucht wird, bei dem nach einer Entwendung direkt die Fahndung gestartet wird. Also rundum eine Reduktion des Risikos für die Versicherung und dafür bekomme ich keinen Nachlass bei den Beiträgen?

Unbestätigte Geschichte

Ich habe mit einem Porsche Mitarbeiter gesprochen und er sprach von folgender Begebenheit. Porsche hat mit einigen anderen Automobilherstellern zusammen bei den Versicherern angefragt, ob Sie den Kunden bessere Tarife machen könnten, wenn der Diebstahlschutz erhöht werden würde. Die Versicherungen stellten einen Katalog an Anforderungen auf und die Automobilhersteller machten sich an die Arbeit. Zwischendurch wurden Feinheiten abgestimmt und angepasst und im Laufe der Entwicklung – so die Schilderung – wollten die Versicherer immer weitere Bedingungen erfüllt wissen. Nach einiger Zeit waren die Ergebnisse da und wurden den Versicherern vorgestellt. Nach einer abschließenden Prüfung haben sie den Autoherstellern dann doch eine Abfuhr gegeben – keine Ermäßigung.

Wenn diese Geschichte stimmt – und für mich sprechen einige Indizien dafür – dann zeigt das einmal mehr, dass die Versicherer mehr Ihre Prämie im Kopf haben, als das sie eine saubere und fair bepreiste Versicherungsleistung anbieten möchten. Frei nach dem Motto: „Was ich habe, hab ich!“ geht der Versicherungsbeitrag nicht runter.

Meist ist es so, dass in den Oberklassefahrzeugen Neuigkeiten eingeführt oder angeboten werden, die dann eine gewisse Zeit später in allen Fahrzeugen zum Standard werden. Manchmal dauert dieser Vorgang länger – siehe das Navigationssystem – manchmal geht es schneller – siehe die Klimaanlage. Schade, dass die Versicherer anscheinend hier die Entwicklung bremsen. Aufhalten werden sie die Technik nicht, doch der Kunde muss jetzt im ersten Moment seinen verbesserten Schutz selber bezahlen.

 

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