Hurra, hurra, die Stromtanke ist da

In diesem Artikel möchte ich allen Interessierten einen Einblick in den Aufbau der Ladeinfrastruktur geben. Dieses kleine Detail möchte der geneigte Käufer ja vor Ankunft seines Gefährtes installiert wissen.

Der Elektriker meines Vertrauens

Nun, ich habe keinen Elektriker meines Vertrauens, wenn ich es genau betrachte, habe ich gar keinen Handwerker meines Vertrauens … aber das ist ein anderes Thema. Ich habe gut 4 Wochen vor Abholung des Wagens einen Elektriker gesucht, der die Elektroinstallation vornehmen kann und leider gibt es in meiner Umgebung nicht allzu viele E-Experten. Letztlich bat ich einen Elektriker zu einem Ortstermin, damit er mir ein Angebot erstellen kann.

Positiv: Er war sehr flexibel, was den Termin anbelangte – wir einigten uns auf meinen Wunschtermin 6 Uhr morgens – und er war pünktlich, was ich von Handwerkern nicht gewohnt bin. Zudem war er im späteren Verlauf auch gewillt, die Installation mit von mir gekauften Teilen zu machen.

Negativ: Nach einer Woche kam das Angebot und alleine die Teile konnte ich deutlich günstiger finden – hier waren Ersparnisse von 30% das Minimum, teilweise sogar über 50% bei den exakt gleichen Produkten (Marke, Typ, Spezifikation). Beim Kauf eines solchen Wagens darf man nicht knauserig sein, Herr Scrooge! Doch wenn die Einsparung 30% der gesamten Rechnung ausmacht und damit knappe 450 – 550 Euro … dann überlege ich mir das schon. Dementsprechend war der positive Punkt, dass er auch von mir gekaufte Teile verbaut, ein großer Lichtblick.

Nachdem die Teile angekommen waren, habe ich mich direkt daran gemacht, 25 Meter Erdkabel in das Leerrohr zu schieben, um anschließend beides im Erdreich zu verlegen. Auf 25 Meter ist das doch ein ganz schöner Kraftakt, musste ich feststellen. Doch das war gar nichts im Vergleich zu dem, was noch kommen sollte. Ich habe mich entschieden, das Kabel selber zu verlegen und der Weg führt knapp 4 Meter an der Hauswand in einem Kiesbett entlang. Hier offenbarte sich die volle Baukunst unseres Bauträgers: unter dem Schotter eine weitere Steinschicht, vermengt mit Beton, um die Randstreifen zu befestigen. Knochenarbeit auf den ersten 4 Metern!

Porsche Blog - Stromtankstelle - Kabelverlegung_2
Vorher
Porsche Blog - Stromtankstelle - Kabelverlegung_3
Nachher

Dann kam das Nadelöhr, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Ich musste unter einem Randstein hindurch (siehe Bild oben) … wir erinnern uns: die sind einbetoniert worden … Nach nur zweieinhalb Stunden hatte ich einen Kanal gegraben und mit einem alten Zimmermannhammer freigeschlagen. Von da an dachte ich, dass es nur noch einfacher werden würde. Weit gefehlt! Der nächste Problembereich wartete nur drei Meter weiter: verdichtete Erde um eine gepflasterte Terrassenecke. Der Boden war hart wie Beton und dazu noch eine Hecke, die den Zugang zum Boden erschwert. Wieder ein paar Stunden für eine Engstelle! Und leider zeigte sich bei dem anschließenden Rasenstück, dass der Boden darunter nur mit Spitzhacke aufzubrechen war. Der Spaten ging nur die ersten 4 Zentimeter in den Boden! Schönen Dank!

3 Stunden mit 4 Personen später war endlich das Kabel bis zum Anschlussraum im Boden versenkt und ich um mehrere Erfahrungen reicher! Jetzt konnte der Durchbruch zum Technikraum kommen, damit der Elektriker die Anschlüsse dort im Sicherungskasten und auf der anderen Seite an der Wandhalterung anklemmen kann.

Der letzte Schliff

Ladesäule - WandhalterungJetzt war auch der Elektriker da und alles ist fein säuberlich angeschlossen. Die Leitung habe ich gleich auf größere Stromspannungen ausgelegt, damit die Erdleitung zukunftssicher ist – irgendwie schien mein Unterbewusstsein geahnt zu haben, dass es kein leichtes Spiel wird. Bei der Absicherung habe ich ebenfalls an künftige Autos gedacht und auch hier die Absicherung entsprechend gestaltet. Der Elektriker hat auch gleich die Wandhalterung angebracht, so dass jetzt die Ladeinfrastruktur – Basis-Ausbaustufe – steht und der Wagen kommen kann. Die Ausbaustufe 1 wird dann nach der Installation der Solarzellen kommen, wenn die Batterie im Technikraum verbaut wird.


Verbaut wurde:

  • 25m Erdkabel 5x6mm²
  • 25m Kabelschlauch 32mm – für das Erdreich als zusätzlicher Schutz bei Spatenangriffen auf das Kabel
  • 4m Kabelkanal – für den Technikraum
  • Hager FI Schutzschalter (Fehlerstromtyp B) – das teuerste Teil der Bestellung (Bild – linkes Bauteil)
  • Hager Leitungsschutzschalter 32A – MBS332 (Bild – mittleres Bauteil)
  • Digitaler Stromzähler (Bild – rechtes Bauteil)
  • Wandsteckdose Mennekes TwinCONTACT 422

AbsicherungGesamtkosten der Teile über www.etoh24.de war knapp 800 Euro zu denen sich die ca. 450 Euro der Installation durch den Elektriker gesellten. Alles in allem also eine Investition in Höhe von 1.300 Euro, die auch für künftige Ladestation bis 32A geeignet ist und mit einem eigenen – nicht geeichten – Stromzähler einen Blick auf den Verbrauch erlaubt.

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