Hybrid heisst Abstriche?

Heißt ein Hybrid immer auch gleich Abstriche im Fahren? Was ist wirklich anders, als bei einem nicht hybriden? In diesem Beitrag möchte ich auf die gängigen Punkte eingehen und da ich sie (noch) nicht beantworten kann, zumindest soweit analysieren und vorbereiten, dass ich sie nach ein paar Wochen entkräften oder bestätigen kann.

Da fehlt doch was!?!

Feststeht, dass der Cayenne Hybrid keine Einstellungen für das Gelände zulässt. Die Einstellungswippe links neben den Fahrwerkseinstellungen – siehe Bild unten mit grünem Pfeil – fehlt gänzlich und somit die Möglichkeit, die Lamellenkupplung zu sperren bzw. die Hinterachs-Quersperre zu aktivieren. Eine klare Einschränkung für den gröberen Offroad-Bereich, in dem der normale 4-Rad-Antrieb nicht ausreicht. Die Frage ist, ob hier die Technik bei einem Hybridantrieb nicht möglich ist oder dem Sinn eines Hybrid entgegensteht. Letztlich heißt Hybrid ja, „ich fahre die Strecken, die ich fahren muss, mit geringem Verbrauch, um unseren Planeten und die Ressourcen zu schonen.“ Dem gegenüber stünde dann eine Freizeitfahrt im Gelände aus Spaß.

Offroad Einstellungen aus dem Cayenne Turbo mit freundlicher Genehmigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG unter www.porsche.de
Offroad Einstellungen aus dem Cayenne Turbo mit freundlicher Genehmigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG unter www.porsche.de

Bei dem derzeitigen Jeep habe ich auf jeden Fall für mich festgestellt, dass ich gar kein Gelände fahre. Es wäre ein reines Freizeitvergnügen, wenn ich eine Offroad-Strecke raussuche oder einen der Offroad-Parks in Deutschland aufsuche. Ich habe mich dann entschieden, dass ich auf diesen Spaß zumindest mit dem eigenen Fahrzeug verzichten kann. Die meisten der Offrad-Parks bieten auch einen Mietservice an, damit das eigene Auto geschont werden kann. Wer privat tatsächlich viel Offroad fährt, für den ist ein reiner Offroader und ein solches Park zum üben bestimmt sehr interessant und hilfreich für das Handling.

Heavy Duty – Kampfgewicht

Fakt ist auch, dass der Cayenne S e-Hybrid mit seinen 2,4 Tonnen der schwerste Cayenne in der Modellpalette ist und den Turbo S um 115 Kilogramm übertrifft. Dieses Kampfgewicht will bewegt werden und während der Turbo S mit knapp 4,8 Liter Hubraum und 570 Pferden recht gut bestückt ist, wirkt der 3 Liter Motor des Hybriden mit gerade einmal 416 PS dagegen fast wie eine Pferdekutsche. Ich werde berichten, wie sich der S e-Hybrid schlägt, auch wenn ich keinen Vergleich zu einem Turbo S ziehen kann – vielleicht leihe ich mir mal einen am Wochenende. Hier werde ich vor allem schauen, wie es um die Punkte Agilität und Beschleunigung steht, wobei der Fokus auf der Alltagstauglichkeit und nicht auf Vergleichen zur Rennstrecke liegt.

Wasch mich, aber mach mich nicht nass

Es ist eine Persönlichkeitsfrage und eine Frage, welche Kunden kaufen einen Hybrid. Denn eines steht fest: Nutze ich die Hybridanteile nicht, habe ich ein schweres Auto mit entsprechenden Nachteilen, nutze ich sie, muss ich mich und mein Fahrverhalten ändern. Sind diese Änderungen nun Abstriche? Für die bewussten Käufer von Hybridautos vielleicht nicht, für Umsteiger oder Neugierige vielleicht schon und denen wird nach ein paar Kilometern klar, ob es eine 100.000 Euro Fehlentscheidung war oder der Schritt in die richtige Richtung. Für mich ist klar, ich entscheide mich bewusst für einen Hybrid und – Hand aufs Herz – ob die 416 PS nur Shetland-Ponys oder Fionas sind, eine solide Beschleunigung ist es auf jeden Fall. Vor allem im Vergleich zu derzeitigen 170 PS am Ende des roten Drehzahlbereiches.

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