Probefahrt – mal abgesehen vom Verbrauch

Im vorherigen Beitrag dieser Reihe hatte ich den Verbrauch während der Probefahrt aufgezeigt, jetzt möchte ich einen Eindruck vom Interieur und der Qualität geben.

Leder – soweit das Auge blickt

Das erste Mal, dass ich wirklich gute Qualität im Auto erleben durfte, war im Audi A3 (Modell 2014). Dieses hohe Niveau setzt sich im Porsche definitiv fort und wird noch übertroffen. Die Verarbeitung läßt in keinem Bereich Wünsche offen. Es beginnt bereits mit dem Einstieg in den Wagen. Die Türgriffe von aussen sind normal und die Tür ebenfalls, doch einmal im inneren des Fahrzeugs fällt auf, dass die Griffe in der Tür – porschetypisch – mit Leder ummantelt sind. Wie im Übrigen auch der Rest des Cockpits inklusive der Oberseite des Armaturenbretts. Eine sehr angenehme Optik und ein schönes Gefühl. Der Türöffner im Inneren ist aus Aluminium gefertigt und passt sich nahtlos in die lederne Verkleidung ein. Die Knöpfe – egal ob in der Tür oder in der Mittelkonsole – wirken stabil und machen etwas her. Ein Druck auf die Schalter offenbart ein direktes Ansprechen der Funktion, anders als beispielsweise im derzeitigen Jeep. Hier muss ich den Knopf am Lenkrad – der die Anzeige umschaltet zwischen Verbrauch, Restkilometer, etc – häufig dreimal drücken, bis er reagiert.

mit freundlicher Genehmigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
Cockpit des Cayenne

Ich bin ein Fan von vielen Schaltern und Knöpfen und das macht das Cockpit des Cayenne für mich zu einem Wunderland. Die Vollendung sind die Knöpfe im Dachhimmel. Hier könnten noch mehr liegen, doch ich habe leider keine Garagenfernbedienung, die mir nochmal drei Schalter mehr gebracht hätte 🙂 Egal. Kleiner Wermutstropfen ist allerdings der Schalter für das Panorama Dach. Hier kann man durch einen leichten Zug das Dach manuell öffnen oder durch einen längeren und kräftigeren Zug, das Dach automatisch komplett öffnen lassen. Für die zweite Variante braucht es doch relativ viel Kraft – wenn man bedenkt, dass es sich um einen kleines Bedienelement handelt – und da hat der Schalter auf mich einen eher zierlichen bis zerbrechlichen Eindruck gemacht.

Auch der restliche Innenraum wirkt wie aus einem Guss, haptisch sehr angenehm und wirkt absolut perfekt verarbeitet. Der richtige Mix an Materialien rundet das Bild sehr gut ab.

Haptik – da geht noch was

Es gibt etwas im Cockpit des Cayenne, da hat Audi für mich noch die Nase vorn – über den Jeep reden wir schon nicht mehr. Die Haptik, wenn es um ausgewählte Bedienelemente geht. Es ist unheimlich schwer zu beschreiben, daher mach eine Probefahrt in einem Audi – ab A3 aufwärts – und bei der Bedienung der grundlegenden Elemente wird Dir etwas auffallen. Die Haptik des Blinkers beispielsweise ist viel solider und in meinen Augen etwas edler als in allen anderen Autos, in denen ich gefahren bin – das sind immerhin mehr als 8 verschiedene Marken und mehr als 15 verschiedene Modelle. Hier wirkt das Geräusch beim Betätigen nach mehr, der Schalter an sich etwas stärker beziehungsweise noch solider. Die Knöpfe und Stellrädchen – im alten A3 beispielsweise für das Sitzheizungsniveau – sind wiederum äquivalent zum Porsche. Es ist quasi ein enges Kopf an Kopf-Rennen, bei dem Audi in meinen Augen ganz knapp die Nase vorn hat. Allerdings nur was die Haptik bei der Bedienung anbelangt, denn ansonsten ist leider auch im Audi eher Plastik verbaut. Hier ist dann wieder der Porsche um einiges voraus.

Geniale Lösung – redundant, aber genial

Wo der Porsche ebenfalls für mich die Nase weit vorn hat, sind die Details wie beispielsweise der Druckpunkt am Gaspedal bei e-Power. Dieser Druckpunkt ist nur im e-Power-Modus spürbar und gibt dem Fahrer das Feedback, ab wann der Verbrennungsmotor hinzugeschaltet wird. Wenn der Wagen im „normalen“ Hybrid-Modus gefahren wird – wenn die Batterie fast leer ist – dann fehlt dieser Punkt und es ist ein ganz normales Gaspedal, wie in jedem anderen Auto auch. Den Druckpunkt kann sich der Fahrer auch in dem Multifunktionsdisplay anzeigen lassen, dort ist eine Art Drehzahlmesser abgebildet, der über blaue Balken die Betätigung des Gaspedals kenntlich macht. Als letztes Segment ist ein rotes Element mit dem Motorsymbol daneben, was dem Fahrer zeigt: „ab hier gehts mit Benzin weiter!“

Insgesamt muss ich sagen, dass ich mich in keinem Auto bisher so wohl gefühlt habe, wie in dem Porsche und ich bin gespannt, ob sich dieses Gefühl abnutzt oder so bleibt.

 

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