Serviceintervalle im Vergleich

Auf dem langen Weg bis zur Kaufentscheidung für den Cayenne habe ich häufig gehört, dass die Services bei Porsche deutlich teurer seien, als bei anderen Marken. Grund genug, das Thema einmal theoretisch zu beleuchten.

Kosten kosten!

Kosten an sich sind zunächst neutral und werden erst teuer oder billig, wenn sie mit anderen Kosten verglichen werden. Der zweite wichtige Faktor ist die Frequenz, mit der diese Kosten auftreten. Ein teurer Service einmal im Jahr – sagen wir einmal für 1.000 Euro – kann geringer sein, als drei günstigere Services – für je 300 Euro – im gleichen Zeitraum. Ich werde diesen Faktor als erstes beleuchten, legt er doch den Grundstein für die weitere Betrachtung.

Der Jeep hat Serviceintervalle von 12.000 Kilometern, in denen er gewartet werden möchte, wobei immer eine große und eine kleine Inspektion im Wechsel vorgenommen werden. So wie es der ein oder andere aus alten Zeiten von Volkswagen noch kennt. Da ich ca. 30.000 – 35.000 Kilometer im Jahr fahre, bedeutet das mindestens zwei, fast sogar drei Services im Jahr.

Meine Frau fährt einen Mitsubishi, der alle 20.000 Kilometer überprüft werden möchte. Hier wären es also knapp 1,5 Serviceintervalle im Jahr bei meiner Fahrleistung. Nur das meine Frau deutlich weniger Kilometer fährt und mit einer Inspektion pro Jahr auskommt.

Der Audi, den ich vorher gefahren habe, hatte das gleiche Serviceintervall für Inspektionen wie der Porsche: alle 30.000 Kilometer. Bei meiner Fahrleistung also knapp einmal im Jahr.

Fremdbestimmt

Wenn wir also mal diese vier Marken betrachten, so können die Kosten für eine Inspektion beim Porsche 2,5 Mal so hoch sein, wie die des Jeeps und immerhin noch 1,5 Mal so hoch, wie beim Mitsubishi. Auch wenn Audi bereits fürstliche Entlohnung für Inspektionen aufruft, so dürfte er im Vergleich zum Porsche bei identischem Intervall sicherlich günstiger sein. Beim Jeep weiß ich nicht wirklich, ob die Kosten für den Porsche auf ein Jahr gerechnet nicht günstiger sind. Denn die Inspektionen kosten im Mittel auch gut und gerne 400-500 Euro, was bei 2,9 Serviceintervallen knappe 1.400 Euro Jahreskosten verursacht. Dann ist aber natürlich auch nichts kaputt gewesen, denn das würde extra kosten. Wenn wir jetzt beim Porsche unterstellen, dass im gefahrenen Zeitraum ebenfalls nichts kaputt gegangen ist, kann die Inspektion bis zu 1.400 Euro kosten. Das ist dann schon kaiserliche Entlohnung und auch wenn wir da eventuell rankommen werden, wird nach meiner Recherche der Betrag immer noch unterhalb dieser Schwelle liegen. Der Mitsubishi läuft außer Konkurrenz, denn die Kosten für Inspektionen sind vergleichsweise niedrig und daher wird dieser Wagen kostentechnisch nicht zu schlagen sein … zumindest nicht mit dem Porsche 🙂

Was bleibt also? Bei wahrscheinlich nahezu gleichen Kosten, fahre ich dann aber einen Hybrid und den auch noch mit deutlich mehr Ausstattung – die Qualität lassen wir an dieser Stelle mal weg, da kann der Jeep nicht wirklich mithalten.

Ich empfinde die langen Serviceintervalle als sehr angenehm und habe kein Problem, einmal im Jahr zum Service zu fahren. Aber die derzeitigen fast drei Fahrten zum Händler sind für mich genauso ein Dorn im Auge, wie der kleine Tank, der die ständigen Besuche bei der Tankstelle verursacht. Ich komme mir bei dem Jeep teilweise ein wenig fremdbestimmt vor und das gefällt mir nicht. Ich will meine Freiheit wieder! 🙂

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