Ein letzter Urlaub ohne Porsche

In meinem Fahrprofil hattte ich gesagt, dass ich sowohl Kurz-, Mittel- als auch Langstrecke fahre und wir starten in Kürze unseren letzten Urlaub mit dem derzeitigen Jeep. Zeit, Abschied zu nehmen.

Was werde ich vermissen

Nichts! 🙂 Nein, der Jeep ist ein schönes Auto und hat auch tolle Seiten. Die hohe Sitzposition ist sehr angenehm, das Fahren auf Landstrassen ist einfach ein Erlebnis. Es ist dieses Offroad-Gefühl, was ich in diesem Auto bekomme – auch wenn er sehr wahrscheinlich nur begrenzt tauglich für echtes Gelände wäre. Das Gefühl zählt und für mich war der Jeep die Wiederentdeckung der Langsamkeit. Das meine ich übrigens wirklich positiv, denn normales Fahren hat seinen Spaß zurück. Im Audi war eher sportliches Fahren oder zumindest schnelleres Fahren angesagt und vom Wagen gefördert. Das war auch schön und mit dem Jeep ist es einfach ein Erlebnis „normal“ zu fahren. Es hat etwas Erhabenes, nicht von der Qualität des Fahrzeugs oder der massiven Innenausstattung, sondern eher von der Marke und dem wofür die Marke steht.

Das klingt nach nicht viel, doch es hat mein Fahrerlebnis bereichert und Spass gemacht. Natürlich gibt es auch Dinge, die nicht so schön waren, wie beispielsweise die Übersetzung, der schwache Vortrieb bei extrem hoher Drehzahl. Auch die Verarbeitung des Amerikaners ist nicht wirklich überzeugend, doch die Marke kommt aus dem Offroad-Bereich und ist sehr wahrscheinlich im Gelände mit einem einzigen Schraubenschlüssel wartbar – egal ob der Keilriemen oder die Nockenwelle getauscht werden muss.

Auf langen Strecken ist es insgesamt angenehm mit dem Jeep, auch wenn die Reisegeschwindigkeit absolut diesseits der 140 km/h-Grenze liegt. Der Verbrauch ist konstant, egal ob ich 130 oder 80 fahre … leider konstant 10 Liter, aber konstant. Er fährt sich dank Automatikgetriebe und Tempomat sehr entspannt auf den langen Strecken und ist bisher – zumindest subjektiv – wenig Windanfällig gewesen. Fahrten von Frankfurt nach Berlin oder Belgien waren sehr bequem und schön zu fahren.

Schön ist auch der Start-Check nach dem Einsteigen, wie im Flugzeug:

  • Motor an … Check!
  • Abstandswarner vorne ausschalten – Knopf 4 Sekunden gedrückt halten … Check!
  • Tempomat am Lenkrad einschalten … Check!
  • Anzeige unter dem Tacho auf Verbrauch umstellen … Check!
  • Los gehts!

Wieso sollte ich die Abstandswarner vorne ausschalten? Naja, wer es mag, dass bei Geschwindigkeiten über 50 km/h plötzlich einfach mal der Piepton angeht, der kann es natürlich angeschaltet lassen. Leider kann ich die Pieptöne weder vom Ton verändern noch in der Lautstärke 🙁 Und ja, diesen Prozess muss ich bei jedem Start machen, denn der Wagen vergisst beim Ausschalten die Einstellungen.

Worauf ich mich am meisten beim nächsten Urlaub freue

Ich freue mich am meisten auf das große Plus an Komfort, die deutlich bessere Motorisierung und das elektrische Fahren für den nächsten Urlaub. Ich glaube, dass das Spassgefühl bei mir auch bei langsamer Fahrt erhalten bleibt – entspricht eher meinem Fahrstil – und ich es noch mehr genießen werde. Ich freue mich auf ein großartiges Cockpit mit noch mehr Knöpfen und technischen Gadgets und ein riesiges Schiebedach.

Ich glaube gerade bei längeren Reisen wird der Porsche viel angenehmer zu fahren sein und das Fahrerlebnis wird nochmal deutlich gesteigert. Darauf freue ich mich und genieße schon jetzt in Gedanken bei den Fahrten im Jeep die Aussicht auf die Verbesserung und natürlich auf die Erfüllung eines großen Traumes.

Neues Denken – Fahrweise

Wenn man jahrelang, ja sogar jahrzehntelang das Fahren von Autos mit Verbrennungsmotor gewohnt ist, hat sich ein gewisses Fahrverhalten eingeschliffen. Muss das verändert werden? Naja, ich bin mir nicht sicher, doch denke ich, dass bei gleicher Fahrweise zumindest der Vorteil eines Hybrid nicht ausgeschöpft werden kann. Wenn ich mir ein Hybridauto kaufe, dann möchte ich ja damit auch etwas im Äußeren verändern. In meinem Fall ganz konkret: mein Traumwagen mit einem möglichst geringen Verbrauch fahren. Dabei ist die Reduktion des Verbrauchs kein Resultat von Sparzwängen, sondern vielmehr eine Herausforderung für meinen Kopf. Wie viele Kilometer schaffe ich mit einer Tankfüllung. Wie sehr kann ich meine Fahrweise optimieren? Auch hier ohne auf die Diskussion zu kommen, dass die Ölvorkommen unseres Planeten endlich sind.

Vorausschauen

Vorausschauende Fahrweise bekommt man in der Fahrschule beigebracht und ein Großteil der Fahrer und Fahrerinnen vergisst diesen Teil als erstes wieder. Das Phänomen, dass ich bei mir häufig sehe: ich fahre alleine oder mit meiner Frau vorausschauender als mit anderen Beifahrern. Ob das an angestrengten Unterhaltungen liegt oder an anderen Dinge weiß ich nicht. Doch wenn ich alleine – oder mit Frau – unterwegs bin, dann versuche ich den Verkehr auf der Straße „zu lesen“. Ich versuche so flüssig und gleichmäßig wie möglich zu fahren, denn letztendlich geht es beim Vorausschauen genau darum: Wenig Veränderung an der Geschwindigkeit.

Finde Deine Mitte – Gleichmäßigkeit

In einem Forum zu Elektromobilen habe ich gelesen, dass eine gleichmäßige Fahrt mit einer Geschwindigkeit zu mehr Reichweite führt, als eine Fahrt mit unterschiedlicher Geschwindigkeit, die sich in der Gesamtfahrzeit auf die gleiche Geschwindigkeit mittelt. Das ist jetzt nicht wirklich überraschend, da natürlich die Beschleunigung von 2,5 Tonnen mehr Kraft in Anspruch nimmt, als durch Verzögerung oder Bremsen zurückgewonnen werden kann. Und doch ist genau das die große Herausforderung. Gegner in dieser Mission: Kreuzungen mit oder ohne Ampeln, Kreisverkehre, unwürdige Fahrweise anderer Verkehrsteilnehmer.

 

Natürlich gibt es auch hier Grenzen. Ich habe beispielsweise auf meinem Arbeitsweg eine Ampel hinter einer Kurve. Wenn ich um die Kurve komme, sehe ich den Ampelstatus und meine Reaktionsmöglichkeit sind auf den verbleibenden 100 Metern sehr begrenzt. Dafür habe ich andere Abschnitte, in denen ich den Hügel hinunter den Verkehr der nächsten 800 – 1.500 Meter sehen und reagieren kann.

Beobachtung – Strecken-Geschwindigkeitsprofil

Was ich hier für mich entdeckt habe ist die Beobachtungswerte bei mehreren Fahrten der gleichen Strecke zur ungefähr gleichen Zeit. So konnte ich auf meinem Arbeitsweg sehen, dass auch bei vermeintlich freien Landstrasse (Sichtweite bis 800 Meter) eine Geschwindigkeit von mehr als 90 km/h nur selten sinnvoll ist, weil hinter der nächsten Biegung oder Kuppe wieder mehrere Autos Kolonne fahren mit 70 – 90 km/h. Auch spannend waren die gleichen Beobachtungen auf dem folgenden Autobahnabschnitt: der erste Teil kann durchaus mit 140 bis 150 km/h gefahren werden, doch nach ca. 6 km ist diese Phase vorbei. Bedingt durch ein Autobahnkreuz und den hinzukommenden Verkehr ist auf den nächsten ca. 6 Kilometern nur eine Geschwindigkeit von 100 – 120 km/h möglich. In der Konsequenz habe ich meine Fahrweise darauf eingestellt, um eine möglichst gleichbleibende Geschwindigkeit halten zu können. Es funktioniert, ich bin weder Verkehrshindernis, noch muss ich ständig abbremsen und beschleunigen. Auch hier gibt es natürlich gute und noch bessere Tage, doch alles in allem, konnte ich dadurch schon den Benzinverbrauch des jetzigen Wagens um einen halben Liter senken. Ich bin gespannt, was hier der Hybrid sagen wird, denn hier kommt zu der Komponente Benzin ja noch der Stromverbrauch hinzu. Hierzu habe ich einem vorherigen Beitrag zur strategischen Fahrstreckenplanung bereits mein Versuchsvorgehen beschrieben.