Äußere Werte – ein Hoch auf optische Täuschungen

Ich liebe optische Täuschungen, bei denen das gleiche Objekt aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet völlig unterschiedlich wirkt. Es zeigt, dass wir alle immer wieder Täuschungen durch unser Gehirn erlegen sind und wir das nicht einfach überbrücken können.

Kleines Auto, großes Auto

Eine optische Täuschung ist für mich auch die Größe des neuen Cayenne. Die alten Cayenne Modelle waren an sich bullige Fahrzeuge, denen ich auch schon von weitem angesehen habe, dass sie groß und geräumig sind. Der neue Cayenne und das direkte Vorgängermodell wirken aus der Ferne kleiner und ich muss relativ nah herankommen, um die wahre Größe des Wagens zu erfassen. Selbst wenn ich direkt neben dem Auto stehe, sieht es zwar groß aus, aber nicht riesig. Und es wirkt so, als sei der Innenraum angenehm, aber nicht sonderlich übergroß.

mit freundlicher Genehmigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG unter www.porsche.de
Cayenne von der Seite mit freundlicher Genehmigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG unter www.porsche.de

Als ich dann das erste Mal einstieg, offenbarte sich der große Innenraum zunächst zu einem Teil und zwar dem Vorderen … Das Raumgefühl ist gigantisch und gefühlt sitzt der Beifahrer einen Meter weit weg vom Fahrer. Die Beinfreiheit für Fahrer und Beifahrer ist großartig und auch für den Fahrer ist genügend Kniefreiheit. Warum ich das erwähne? Ich habe das Vergnügen gehabt, in verschiedenen Autos zu sitzen und sie zu fahren. Dabei habe ich sehr schön erkennen können, wie die einzelnen Hersteller das Cockpit konzipieren. Steigen Sie einmal in einen 1’er BMW und sie werden den in meinen Augen typischen Ansatz von BMW erkennen. Das ist keine Kritik, denn es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und wie jeder von uns sich in seinem Fahrzeug wohl fühlt. BMW baut das Cockpit  um den Fahrer herum und macht ihn in meinen Augen zu einem Piloten. Alles ist recht eng für den Fahrer und wirkte für mich wie ein auf mich zugeschnittener Rennwagen. Der Beifahrer hat gefühlt doppelt soviel Platz für die Beine – in der Breite. Steigen Sie hingegen in einen Audi A3-A7 ein, sehen Sie einen angenehm breiten Fahrerbereich mit ausgeglichenem Platzangebot für Fahrer und Beifahrer. Porsche ist hier ähnlich, mit einem kleinen Hauch in Richtung Piloten ohne den Platz einzuschränken. Da ich eine gemütlich Fahrweise pflege und häufig lange Strecken fahre, mag ich das Bequeme mit größerem Platzangebot zu schätzen.

Zurück zu dem Platzangebot im Cayenne. Hier offenbart sich die wahre Größe des Fahrzeugs, wenn ich den Fahrersitz perfekt auf mich einstelle, aussteige und dann hinter mir Platz nehme. Zwischen meinen Knien und der vorderen Sitzlehne sind locker 15-20 cm. Das war für mich der zweite Teil der Offenbarung – der Hintere – und kam sehr überraschend. Der Fairness halber muss ich dazusagen, dass die hinteren Sitze dabei in der hintersten von mehreren Positionen sind. Wenn ich den hinteren Sitz vollständig nach vorne bringe, komme auch ich an die Rückenlehne des Vordersitzes mit meinen Knien. Die Frage ist also, wie viel Kofferraum nehme ich mir weg, indem ich die Sitze so weit möglich nach hinten fahre.

Platz im Kofferraum

mit freundlicher Genehmigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG unter www.porsche.de
Rückseite des Cayenne mit freundlicher Genehmigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG unter www.porsche.de

Zunächst sei gesagt, dass die hinterste Stellung der Rücksitze die Standardeinstellung ist. In dieser Variante ist der Kofferraum schon groß. Da wir keinen Kinderwagen, Gepäck für 6 Wochen und 4 Personen bei unseren Fahrten mitnehmen, reicht das Volumen locker aus. Ich bin allerdings sehr gespannt, wie ich mein Mountainbike zusammen mit Gepäck für einen Kurzurlaub von ein bis zwei Wochen unterbringen kann. Der gewiefte Packer weiß, dass es zwei Optionen gibt. Die erste Option ist der Klassiker, in dem das Fahrrad von seinen Rädern und ggf. dem Sattel befreit und dann in den Kofferraum gelegt wird. Die zweite Variante wäre bei der Höhe des Innenraumes sehr wahrscheinlich auch möglich. Hierbei wird das Fahrrad nicht gelegt, sondern ohne Räder mittig in den Kofferraum gestellt – immer an eine Unterlage unter dem Fahrrad denken, damit keine Kettenschmiere an die schönen Bezüge kommt. Diese Variante lässt mehr Platz für Koffer und anderes Gepäck und ich werde berichten, ob der Wagen so riesig ist, wie ich es vermute und diese Variante möglich macht.

Spannend finde ich auch die Verstellung der Rücksitze in der Längsrichtung. Wenn keine Mitfahrer auf den hinteren Plätzen sitzen und diese in die vorderste Position verschoben werden, ist der Kofferraum nochmal 15-20 cm länger und wirkt gigantisch. Also mehr als genügend Platz für alle Einkäufe inklusive dem Gepäck für 7 Wochen Urlaub zu zweit.

Eines bleibt bei der optischen Täuschung allerdings als negativer Punkt: Wenn es um Parklücken geht, ist nicht die Wirkung des Wagens aus der Ferne entscheidend, sondern seine echten Maße und die lassen viel Parklücken elendig klein erscheinen.