Perfektionismus

Ein Traumwagen heißt so, weil derjenige sich in seinem Traum diesen Wagen genauso vorgestellt hat. Soweit so gut, kann man dann also einen Traumwagen noch verbessern?

Da geht noch was

Es ist ein Traum, der Realität wird, doch jeder Traum kann in der Realität auf seine Grenzen treffen. Ein erfundenes, skurriles Beispiel. Ich habe schon immer von Flügeln an meinem Auto geträumt – habe ich nicht – und mit meinem neuen Auto habe ich diesen Traum endlich erfüllt – werde ich nicht. Jetzt merke ich, dass ich durch diese Flügel dauernd an irgendwelchen Dingen hängenbleibe beim Fahren. War es mein Traum? Ja. Kann man diesen Traum verbessern? Mit Sicherheit.

Somit ist eine Quelle für Verbesserungen dort, wo sich der Traum in der Realität nicht als nützlich erweisen kann. Eine weitere Quelle ist die Weiterentwicklung von den Träumen. Insofern sind Träume wie Ziele. Ein Hochsprungathlet hat als Kind vielleicht den Traum, 2,35 Meter zu überspringen. Dann wird er älter und erreicht diesen Traum. Dann hat er entweder den nächsten Traum oder er wird seinen Traum anpassen, denn jetzt möchte er vielleicht 2,40 Meter überspringen.

Ähnlich ist es beim Auto in meinen Augen, mit einer Einschränkung. Es geht mir nicht darum, dass beim Erreichen des Traumwagens ein neues Auto mein neuer Traumwagen wird. Ich finde interessanter, ob und wenn ja welche Dinge an meinem Traumwagen noch verbessert werden können.

Natürlich gibt es bestimmte Dinge, die ich mir in einem Auto im allgemeinen besser vorstellen kann – das erfüllt derzeit aber noch kein Auto, weil die Technik noch nicht soweit ist oder ich der einzige bin, der so etwas haben wollen würde … Beispielsweise kann ich im Porsche mit den Schalt-Paddles die Gänge wechseln, doch warum kann ich nicht auch die Einstellung der Automatik am Lenkrad vornehmen. Warum muss ich überhaupt eine Einstellung wählen? Wenn ich den Wagen starte, mich angeschnallt habe, das Lenkrad umfasse und auf das Gaspedal drücke, will ich losfahren. Wenn ich die Bremse drücke bis zum Stillstand, den Sicherheitsgurt löse und die Tür öffne, will ich den Wagen parken. Das sind generelle Dinge, die derzeit noch kein Auto kann.

Details

Gibt es etwas, dass ich an dem Cayenne ändern wollen würde? Vor ein paar Jahren konnte man in den Autos den Vordersitz in der Längsposition (nach vorne und hinten) nur auf einer Schiene in verschiedenen vorgegebenen Positionen verstellen – der Sitz musste einrasten. Die Rückbank war starr. Heute sind wir soweit, dass in vielen Autos die Vordersitzt stufenlos elektrisch verstellbar sind und die Rückbank hat die Schiene bekommen. Hier könnte doch auch durchaus eine elektrische Verstellung realisiert werden.

Eine Schnittstelle, die es derzeit schon besser gibt und die ich mir beim Porsche noch besser wünschen würde, ist die Verbindung zwischen Mobiltelefon und Fahrzeug. Ich hatte in einem vorherigen Artikel über Porsche Car Connect App berichtet, doch damit kann ich nur eine Auswahl an fahrzeugspezifischen Funktionen bedienen. BMW beispielsweise hat eine Verbindung, über die ich Navigationsziele direkt an das Auto übergeben kann und nach dem Einsteigen zeigt mir das Navigationssystem direkt die Daten und beginnt die Route.

Auch das Head-Up-Display im BMW habe ich kürzlich bestaunen dürfen und sehe es – nach einem ersten Blick – als sehr sinnvolle Ergänzung. Ich habe direkt meine Geschwindigkeit und das eventuell vorhandene Tempolimit im Blick und muss nur noch gelegentlich auf die Instrumente unter dem Armaturenbrett schauen. Ich sehe ohnehin den großen Bildschirm in der Mitte als wenig sinnvoll. Fahrer und Beifahrer müssen zur Seite blicken, gerade beim Touchscreen ist die Bedienung teilweise auch mit Verrenkungen verbunden. BMW, Audi, Mercedes, Porsche und andere machen doch schon den ersten Schritt: Im Display zwischen den Tachometern und Drehzahlmessern kann ich mir das Navigationsbild anzeigen lassen. Ich brauche den großen Bildschirm in der Mitte nicht mehr. Vor allem in Verbindung mit dem Head-Up-Display.

Ich schätze, es gibt noch weitere Dinge und ich bin mir absolut bewusst, dass die meisten Dinge ein „Jammern auf hohem Niveau“ darstellen. Wir reden ja in diesem Beitrag auch von Perfektionismus. 🙂

Ausstattung – Teil 3 – Sitze, Scheiben

In der heutigen Ausgabe der Miniserie „Ausstattung“ komme ich auf zwei nicht sichtbare Features und eine Glaubensfrage zu sprechen. Alle drei Ausstattungsmerkmale habe ich in meine Konfiguration aufgenommen und sage nun auch warum.

Für die Zukunft gerüstet

Derzeit sehe ich noch nicht sonderlich viele öffentliche Ladestationen auf meinem Weg und mit der Angabe auf den e-Tankstellen-Suchseiten zu den kW der Station kann ich (noch) nichts anfangen. Ich weiß also noch nicht, wie lange ich den Cayenne an einer öffentlichen e-Tankstelle in meiner Nähe aufladen müsste. Doch ich weiß, dass ich aller Wahrscheinlichkeit nach eher selten mehr als zwei Stunden auf einem solchen Parkplatz stehen werde. Insofern war es mir wichtig im Sinne der Zukunftssicherheit – dem erhofften Ausbau des e-Tankstellennetzes – die Ladezeit mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln so kurz wie möglich gestalten zu können. Hierzu zählt der 7,2 kW Onboard-Lader von Porsche, der an einer Industriesteckdose den Wagen in 1,3 Stunden aufladen soll.

Die tatsächlichen Zeiten werden höher sein, da ich zu Hause keine 400 V Steckdose einbauen werde und die Kraft der öffentlichen Tankstellen nicht einschätzen kann. Ich werde über die Zeiten berichten.

Sauna im Sommer – Adieu

Bei dunklen Wagenfarben hat man als Besitzer ab Frühling mehr und mehr Spass, wenn man zurück an sein Auto kommt, was längere Zeit in der Sonne gestanden hat. Einsteigen, „Aufguss“ und fertig ist die Privatsauna! Ich habe im vergangenen Jahr vornehmlich weiße Autos gefahren und muss ehrlicherweise zugeben, dass der Effekt dort deutlich spürbar geringer auftritt. Mir ist klar, dass sich dunkle Autos mehr aufheizen als helle, doch der Unterschied war deutlicher als von mir gedacht. Hinzu kam noch ein zweiter Effekt, mit der selben Ursache. Während der Fahrt wird das Auto zwar durch den Fahrtwind ggf. abgekühlt, doch nach wie vor heizt die Sonne den Wagen auf, was in der Folge bedeutet, dass man entweder die Klimaanlage an- bzw.  die Fenster oder das Schiebedach aufmachen muss. In einem weißen Wagen hingegen ist auch dieser Effekt deutlich geringer.

Mit einem kleinen Feature kann der Besitzer dunkler Wagen zumindest teilweise den Effekt verzögern … nicht aufheben, aber immerhin verzögern. Das Feature heißt „Wärmeschutzverglasung“. Ich hatte vor einiger Zeit einen Beitrag in einem der dritten Programme über diese Scheiben gesehen. In diesem Beitrag wurde ein Schokoladenhase hinter die Windschutzscheibe gelegt und der Wagen „Wärmebestrahlt“. Das Ergebnis habe ich nicht mehr en Detail im Kopf, allerdings kann ich mich noch erinnern, dass die Wärmeschutzverglasung die Hitze um längere Zeit (ich meine es waren 20-30 Minuten) aus dem Wageninneren ferngehalten hat. Ich bin gespannt, ob und wie es wirkt und werde entsprechend berichten.

Eine Glaubensfrage – Sitze

Wenn ich Auto fahre, dann entweder kurze Strecken zur Arbeit (bis 25 Kilometer einfache Strecke) oder lange bis sehr lange Strecken mit meiner Frau auf Ausflügen oder Urlauben (zwischen 250 und 1.200 Kilometer einfache Strecke). Entsprechend weiß ich den Komfort von guten Sitzen zu schätzen, denn wer schon einmal 1.000 Kilometer in einem Rutsch durchgefahren ist, wird bestätigen, dass die Sitze einen entscheidenden Unterschied machen.

Im Konfigurator gibt es für den Cayenne drei Optionen

  • Standard Sitze (8-Wege Verstellung)
  • Komfort Sitze (14-Wege Verstellung)
  • Sport Sitze (18-Wege Verstellung)
Sitzeinstellungen mit freundlicher Genehmigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG unter www.porsche.de
18-Wege Sitzeinstellungen mit freundlicher Genehmigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG unter www.porsche.de

Im ersten Moment dachte ich, dass mehr Wege für mich auch mehr Komfort bedeuten. So waren die Standard Sitze recht schnell abgehakt und die Frage nur noch nach Komfort oder Sport. Doch dann gab mir mein Porsche Händler den entscheidenden Tip, beide Sitze Probe zu sitzen.

Die Komfort Sitze sind super bequem für den Allerwertesten und ermöglichen ein leichtes Ein- und Aussteigen. Die Rückenlehne ist ebenfalls angenehm und ermöglicht einen normalen Seitenhalt für – nach meiner Einschätzung – komfortables Fahren.

Die Sportsitze betonen mehr die Symbiose von Fahrer und Fahrzeug. Sie haben höhere Seitenwangen auf dem Sitz und deutlichere Seitenwagen an der Lehne. Die Erhöhungen auf dem Sitz sorgen für meinen Geschmack allerdings dafür, dass das Ein- und Aussteigen etwas unschöner wird – ja, ich werde alt! Die Wangen müssen recht fest sein, sonst würden sie ihren Zweck nicht erfüllen und das macht es für mich beim Einsteigen nicht so bequem wie die Komfort Sitze. Die Seitenwangen der Rückenlehne hingegen sind eine sehr angenehme Stabilisierung und machten auf mich den Eindruck, dass ich den Wagen auch mit 5G in die Kurve fahren könnte, ohne aus dem Sitz gedrängt zu werden. Beide Wangen können individuell an breitere oder schmalere Hüften und Rücken angepasst werden. Hier zeigte sich allerdings für mich ein Manko dieser Sitze, denn auch in der breitesten Einstellung hatte ich das Gefühl, eingeengt zu sein. Und ich bin nicht 1,70m groß und wiege auch keine 120 Kilogramm. Ich würde meine Statur als normal angeben (1,78m und 87 Kilogramm) und das gab mir etwas zu denken. In den Sport Sitzen hatte ich persönlich nicht das Gefühl, an einem Stück 500 oder mehr Kilometer fahren zu wollen. In den Komfort Sitzen hingegen schon. Das war für mich der ausschlaggebende Punkt, die Komfort Sitze zu wählen. In einem anderen Auto mit einem anderen Einsatzzweck sind die Sport Sitze sicherlich die bessere oder gleich gute Wahl. Auch hier werde ich nach den ersten längeren Touren berichten.