Reality Check – Rundumblick

Heute ist Zeit für den ersten erweiterten Reality Check – eine Miniserie, in der ich die vielen kleinen Nettigkeiten und zubuchbaren Optionen vorstellen werde. Und das „erweitert“ ist auch die Erklärung, warum mal wieder etwas länger nichts zu lesen war: denn in diesen Feature Focus-Episoden ist ein Video enthalten, damit Du Dir ein genaues Bild von den Vor- und Nachteilen machen kannst

Rundum-Blick

Der Surround-View war eine größere Umstellung, die allerdings erstaunlich schnell ging. Zu schnell und so offenbarten sich auch schnell die Tücken dieses insgesamt sehr guten und sinnvollen Features. Doch arbeiten wir uns von vorne nach hinten durch.

Surround-View – die Technik

Surround-View - seitliche Kameras
Surround-View – seitliche Kameras

Der Porsche Cayenne mit Surround-View kommt mit 4 Kameras daher. Eine Kamera in der Heckklappe für den Blick zurück, eine weitere im Bug oberhalb des Radarsensors für die ultra-Nahsicht und zwei weitere Kameras verstecken sich an der Unterseite der Rückspiegel. Diese Kameras zeigen nach unten und komplettieren ein Rundumbild.

Die Einstellmöglichkeiten

Surround-View - Split-Screen
Surround-View – Split-Screen

Im Kamera-Modus kann ich als Bediener wählen, was ich sehen möchte. Hierbei habe ich folgende Optionen:

  • Split Screen: Ein kleiner Teil zeigt mir ein Rundumbild und ein größerer Teil zeigt mir das Bild der Heckkamera
  • Surround-View: der gesamte Bildschirm zeigt ein Bild, mit dem Fahrzeug in der Mitte und dem kompletten Umfeld
  • Alarmierungszonen: über diese Schaltfläche können die Alarmierungszonen vor dem Bug und am Heck eingeblendet werden. Der Bildschirm zeigt diese als graue Bereiche und zeigt Objekte mit gelber bis roter Farbe, je nach Nähe.
  • Reifenspur: hiermit zeigt das Bild die Reifenspuren oder die Spur, die mit dem gegenwärtigen Lenkeinschlag erreicht wird. Es ist quasi die Projektion des Lenkeinschlages auf die weiteren Meter. Dieses Feature funktioniert natürlich nach hinten und nach vorne.
  • Kreuzungsblick vorne: dieses Feature schaltet in der Frontkamera auf Weitwinkel und zeigt damit verstärkt die Zonen am rechten und linken Rand. Es hilft damit genau dann, wenn ich aus einer Einfahrt herausfahre und am Straßenrand stehen Autos, zwischen denen ich durchfahren, aber leider nicht durchsehen kann. Über diese Kameraeinstellung kann ich quasi an den Autos vorbei nach rechts und links sehen.
  • Kreuzungsblick hinten: was vorne geht, geht natürlich auch hinten.

Surround-View – genial, aber nicht speicherbar

Surround-View - Weitwinkel Optionen
Surround-View – Weitwinkel Optionen

Bei allen schicken Einstellungen gibt es natürlich immer auch kleinere Dinge, die verbesserbar wären. So wird meine Entscheidung zur Kameraperspektive beim Einlegen des Rückwärtsgangs nicht gespeichert. Der Surround-View wird immer mit der Standard-Einstellung Split Screen aktiviert. Ich hätte aber gerne die Rundum-Perspektive und möchte das nicht jedes Mal wiederholen.

Zudem merkt sich das Auto auch nicht, dass ich die Spurmarkierungen sehen möchte – also die Linien, die anzeigen, wo das Auto mit dem derzeitigen Lenkeinschlag hinfahren würde.

Dieser Wagen merkt sich so vieles – Temperatur der Klimaanlage, Klimaanlage an oder aus, Einstellungen in der Multifunktionsanzeige, Sitz- und Spiegelposition – da müsste es doch wohl möglich sein, auch diese Vorliebe abzuspeichern.

Eine echte Hilfe bei einem großen SUV

Alles in allem ist der Surround-View eine echte Hilfe und ich möchte dieses Feature nicht mehr missen. Es erlaubt – ohne Übertreibung – ein Einparken mit diesem Koloss in einer extrem engen Parklücke bzw. das Rangieren durch Engstellen. Noch habe ich die Weitwinkel-Perspektiven nur einmal ausprobiert und noch keinen echten Einsatz gehabt. Ich finde die Idee allerdings ziemlich gut.

Das Vertrauen in die Sensoren – wenn es um die Fahrzeugecken geht – bedarf ein wenig Zeit. Auch die unterschiedlichen Perspektiven will das Gehirn erst verarbeiten. Die Frontkamera zeigt gerade nach vorne und das Bild beinhaltet durch den Weitwinkel den Blick nach vorne unten – Richtung Stoßstange des vorderen Fahrzeugs. Die Heckkamera ist nach hinten unten ausgerichtet und erlaubt dadurch einen besseren Blick auf den Abstand – weil der Fokus der Kamera auf die eigene Stoßstange ist. Hier ist für mich zumindest eine deutlich bessere Einschätzung des Abstands möglich als vorne.

Surround-View mit den Rundumsicht Optionen
Surround-View mit den Rundumsicht Optionen

Ausstattung – Teil 5 – Federung, Assistenten

Im fünften Teil der Miniserie zur Ausstattung möchte ich zwei für mich sehr wichtige Features aufzeigen. Eines ist für mich die endlich richtige Umsetzung eines schon länger auf dem Markt vorhandenen Features und das andere erhöht bei einem Wagen dieser Größe das Sicherheitsgefühl beim Rangieren.

Luftgepolstert durch die Lande

Optional für den Cayenne ist eine Luftfederung erhältlich, die das serienmäßige Stahlfahrwerk ersetzt und den Wagen in verschiedene Höhen und damit Komfortzonen bringt. Warum ich das für ein wichtiges Merkmal halte? Ich hole zur Erläuterung ein wenig aus.

Ich hatte als einen früheren Wagen einen Ford Probe – das letzte Modelljahr mit Turbolader. Der Wagen bot – für amerikanische Wagen damals durchaus typisch – eine Einstellung für die Federung an. Von Komfort bis Sport. In der Realität war das eher eine Einstellung von schwammig bis normal und ich ließ den Wagen meist auf normal stehen, denn der Unterschied schien mir nicht im Federweg zu liegen – war damals bestimmt mit einer Stahlfederung auch noch nicht möglich – sondern in den Nachschwingungen. In den späteren Wagen hatte ich dann teilweise auch nochmal eine solche Einstellmöglichkeit, doch keine war für mich zufriedenstellend, denn alle schienen nur die Härte zu verändern. Was ich ja aber tue, wenn ich die Federung verstelle ist dem Auto zu sagen: „Kit, ich möchte jetzt entspannt fahren und möglichst wenig von irgendwelchen Bodenwellen spüren und ruhig etwas mehr Federweg haben“ oder eben „Kit, ich möchte jetzt sportlich fahren, mit meinem A***h kurz über der Fahrbahn schweben und jede Veränderung des Untergrunds spüren.“ Diese zwei Einstellungen sind mit den mir bisher bekannten Fahrzeugen nicht möglich gewesen.

mit freundlicher Genehmigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG unter www.porsche.de
Höhenniveau des Cayenne mit freundlicher Genehmigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG unter www.porsche.de

Im Porsche scheint das zu gehen, denn hier wird das gesamte Fahrzeugniveau und damit auch der Federweg verändert, was für mich eine echte Einstellungsoption ist. In dem nebenstehenden Bild sind die verschiedenen Niveaus der Federung inklusive dem Ladeniveau abgebildet. Das heißt auch, ich verändere mein Fahrzeug im Äußeren und nicht nur in der Federung, wenn ich ein bestimmtes Programm einstelle und somit eine bestimmte Fahrweise vorhabe. Dies geht soweit ich weiß allerdings nur bei der Luftfederung und daher wurde sie Bestandteil meiner Konfiguration.

Federung und Offroad Einstellungen mit freundlicher Genehmigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG unter www.porsche.de
Federung und Offroad Einstellungen mit freundlicher Genehmigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG unter www.porsche.de

Vollen Durchblick dank Rundum-Blick

Nachdem ich die Auswahlmöglichkeit gesehen habe, war für mich klar, dass dieses Feature in meiner Konfiguration landen wird. Warum? Die mittlerweile zum Standard gehörenden Warntöne sind schon in der Grundausstattung enthalten, die Ausbauvariante stellt ein stilisiertes Auto im Display dar und zeigt Hindernisse mit Balken oder Körpern an. Das ist zwar ganz nett, hatte ich aber auch schon und daher weiß ich, dass es besser geht. Blieb die Frage, ob eine Rückfahrkamera reicht oder der Surround View besser zu mir passt. Der Aufpreis ist deutlich – auch wenn wir ja gesagt haben, dass wir auf der grünen Wiese planen – doch die Bilder sprechen eine deutliche Sprache. Der Surround View verbindet das Bild von vier Kameras – eine in jedem Außenspiegel, eine im Heck und eine im Kühlergrill – zu einem Rundumbild, welches aus der Vogelperspektive auf dem Display dargestellt wird. Diese Rundumsicht ist wie gemacht für den Cayenne. Denn der Wagen ist riesig von Innen und mit diesem Schiff in die kleinen Parklücken zu kommen oder auf engstem Raum zu manövrieren ist ein Kunststück. Dieses Kunststück ist aus meiner Sicht angenehmer mit dem Surround View, da Hindernisse an allen Fahrzeugseiten dargestellt und somit vom Fahrer erkannt werden können.

Zu erkennen ist diese Feature übrigens an kleinen Details wie der Kamera in der Frontpartie – über dem eventuell vorhandenen Radarsensor des Abstandsregeltempostat – und an kleinen Auswüchsen an der Unterseite der Außenspiegel, in denen die Kameras installiert sind.

Wenn ich richtig weiß, dann ist durch die hintere Kamera quasi auch eine Rückfahrkamera als Bild möglich und ich werde später ein paar Bilder von den beiden Varianten – Surround View und Rückfahrkamera – in einem Beitrag aufzeigen.