Erlebnis Werksabholung – Fahrzeugübergabe

Der Tag der Tage ist nun (leider) auch vorbei und wie angekündigt – allerdings etwas später als geplant – möchte ich Dir meine Eindrücke schildern und Dich somit ein klein bisschen teilhaben lassen. Aufgrund der Länge des Beitrags habe ich ihn in zwei Teile geteilt. Hier ist der erste Teil.

Judgement Day

Porsche LoungeDie Anmeldung des Porsche bei der Kfz-Zulassungsstelle verlief absolut reibungslos und blitzschnell – entgegen dem zweiten Wagen, den wir ummelden wollten und vor Ort feststellen mussten, dass der TüV im Juni abgelaufen war … Nach einigem Hin und Her war aber auch das erledigt, so dass wir am Nachmittag in die Bahn nach Stuttgart steigen konnten. Dort angekommen haben wir direkt die Bahn zum Motel One genommen. Alles in allem eine angenehme Reise mit der Bahn, die in diesem Fall auch erstaunlich pünktlich war.

Wir hatten die Woche vor der Abholung Urlaub im 5-Sterne Hotel gemacht, daher war das Motel One ein recht starkes Kontrastprogramm. Nichtsdestotrotz ist es angenehm, unkompliziert und stylish. Entgegen einiger Schilderungen im Porsche Forum von Enthusiasten, die in der Nacht vor der Abholung kaum schlafen konnten, habe ich genächtigt wie ein Baby und konnte somit gut erholt den Tag der Tage starten. Schnell gefrühstückt, Sachen zusammengepackt, in das am Vorabend bestellte Taxi gestiegen und auf zum Porsche Werk, denn die Abholung begann um 8:30 Uhr. Am Porscheplatz ist sehr deutlich zu sehen, warum der Platz seinen Namen hat. Rundherum ist nur Porsche: das Porsche Museum, das Porsche Zentrum Zuffenhausen und das Werk. Am Tor der Traumwagenfabrik fragte ich brav nach dem Ort für die Werksabholung und ein freundlicher Security Mann – kein Widerspruch in sich – fuhr meine Frau und mich passenderweise im Cayenne S e-Hybrid einmal um das Gebäude zum Eingang der Abholung.

Kurzfristige Abgabe der Insignien des Eigentums

Dort angekommen wurden wir nett von den Damen begrüßt und nach den Details gefragt: Name, abzuholendes Fahrzeug, Kennzeichen, Umweltplakette, Fahrzeugpapiere. Während meine Frau sich in der Lounge niederließ, konnte ich diese Details klären und wurde über den Ablauf informiert:

  • Fahrzeugübergabe
  • Werksführung
  • Mittagessen
  • (Museum)

Also leicht anders als erwartet und ich begann das Muster hinter dem Ablauf zu erkennen. Nach der Abgabe der Kennzeichen und der Überprüfung der Papiere benötigen die Kollegen noch knapp 20 Minuten zur finalen Präparation des Fahrzeugs. Nettes Detail bei den Kennzeichen: ich wurde gefragt, ob ich die Kennzeichen direkt an das Fahrzeug oder in einen Rahmen haben möchte. Die nette Dame zeigte mir zwei Bilder von den beiden Optionen und ich entschied mich für die Rahmen. Ich hatte einen Moment daran gedacht, was diese Rahmen wohl jetzt an Aufpreis kosten – mittlerweile kenne ich ja die Aufpreispolitik und das Preisniveau bei Porsche – doch es stellte sich schlussendlich heraus, dass keine weiteren Kosten anfallen. Guter Start! Dann nahm auch ich Platz in der Lobby – wie auf dem oberen Bild zu sehen. Hinter mir kannst Du noch einen Teil der Theke sehen, auf der kleine belegte Schnittchen und Croissants angeboten wurden und eine Mitarbeiterin lief durch die Lounge und brachte die gewünschten Getränke. Das konnten wir gar nicht ausgiebig genießen, denn die 20 Minuten gingen schneller rum als gedacht. Es stellte sich ein älterer Herr vor, der uns zum Wagen bringen und dort das Fahrzeug erläutern und übergeben wollte. Nichts lieber als das! Der Mann hatte einen leicht schwäbischen, teils fränkischen Dialekt und auf meine Frage nach der Herkunft entgegnete er, dass er eigentlich aus Amerika kommt. Aber 30 Jahre im Schwabenländle gehen halt nicht spurlos an einem vorüber. Die Halle zur Fahrzeugübergabe ist ziemlich groß, so dass die Autos in insgesamt zwei Abschnitten jeweils rechts und links einer Mittelgasse stehen. Die Gasse ist letztlich der Weg der Ausfahrt und die anderen Wagen formen ein angenehmes und angemessenes Spalier.

Und da stand er.

Mein Porsche Cayenne S e-HybridUnser wunderschönes neues Auto – maßgeschneidert mit allem, was wir haben wollten. Obwohl es ein ganz toller Moment ist, war mein Verstand noch nicht in der Lage zu begreifen, dass dieses Auto hier uns gehört. Das sollte erst wirklich viel später kommen. Es folgten die obligatorischen Fotos von meiner Frau, mir und dem Auto und auch hier zeigt sich Porsche von seiner besten Seite, denn standardmäßig werden zwar mehrere Fotos geschossen und eines gedruckt und in einer schönen Mappe mit einem Metallstück mit der Fahrzeugnummer und einer Skizze eines Porsche später übergeben. Meine Frau fragte, ob die Fotografin ein Foto nur von mir und dem Wagen machen könnte – weil meine Frau ein Bild von ihrem stolzen Mann vor dem neuen Auto haben wollte. Ich liebe Sie für die vielen Kleinigkeiten dieser Art! Schlussendlich bekamen wir die Mappe mit dem Bild von mir und eine zweite, kleinere Mappe (ohne das Metallstück und die Skizze) mit dem Bild von uns dreien. Ein netter Service und schnell geschaltet von den Mitarbeitern.

Der Schlüssel liegt bei jedem Porsche auf dem Armaturenbrett über dem Lenkrad und da bleibt er zunächst auch liegen, denn als erstes beginnt der Rundgang um das Auto mit den Erläuterungen. Erster Halt: Kofferraum. Wo geht er auf, wie kann man den Wagen absenken zum Beladen und wie fährt er wieder hoch. Dann der Blick unter die Bodenplatte auf die Hochvoltbatterie mit der Mahnung, hier nur Fachleute ranzulassen und keine weiteren Gegenstände dort zu verstauen. Na gut. Nächster Stopp: Fahrertür. Einsteigen? Fehlanzeige! „Hier ist der Hebel für die Motorhaube“ und auf gings zur nächsten Station: dem Motor. Auch hier der Hinweis, die Finger von allen grell-orangefarbenen Kabeln zu lassen. Kriege ich hin, will ja fahren, nicht basteln! 🙂

Dann durfte ich endlich auf meinen Fahrersitz einsteigen! Nun wurde mir in einer knappen Stunde das Auto erklärt. Die Detailtiefe kann man bestimmt variieren, doch ich wollte das ganze Programm! War ja auch ein gutes Wiederholen meiner Vorbereitung, dann bleiben die Sachen besser hängen. Das Finale ist dann die Ausfahrt mit dem eigenen Fahrzeug aus der Halle. Vor mir fuhren schon zwei 911’er aus der Halle und dem ein oder anderen verschlug es die Sprache, als unser Cayenne lautlos den Weg antrat. Ein Hochgenuss und wahnsinniges Gefühl. Den Wagen konnten wir auf dem Parkplatz im Inneren des Werks abstellen, denn nun ging es zur Werksführung, die ich im nächsten Teil schildern werde.

Perfektionismus

Ein Traumwagen heißt so, weil derjenige sich in seinem Traum diesen Wagen genauso vorgestellt hat. Soweit so gut, kann man dann also einen Traumwagen noch verbessern?

Da geht noch was

Es ist ein Traum, der Realität wird, doch jeder Traum kann in der Realität auf seine Grenzen treffen. Ein erfundenes, skurriles Beispiel. Ich habe schon immer von Flügeln an meinem Auto geträumt – habe ich nicht – und mit meinem neuen Auto habe ich diesen Traum endlich erfüllt – werde ich nicht. Jetzt merke ich, dass ich durch diese Flügel dauernd an irgendwelchen Dingen hängenbleibe beim Fahren. War es mein Traum? Ja. Kann man diesen Traum verbessern? Mit Sicherheit.

Somit ist eine Quelle für Verbesserungen dort, wo sich der Traum in der Realität nicht als nützlich erweisen kann. Eine weitere Quelle ist die Weiterentwicklung von den Träumen. Insofern sind Träume wie Ziele. Ein Hochsprungathlet hat als Kind vielleicht den Traum, 2,35 Meter zu überspringen. Dann wird er älter und erreicht diesen Traum. Dann hat er entweder den nächsten Traum oder er wird seinen Traum anpassen, denn jetzt möchte er vielleicht 2,40 Meter überspringen.

Ähnlich ist es beim Auto in meinen Augen, mit einer Einschränkung. Es geht mir nicht darum, dass beim Erreichen des Traumwagens ein neues Auto mein neuer Traumwagen wird. Ich finde interessanter, ob und wenn ja welche Dinge an meinem Traumwagen noch verbessert werden können.

Natürlich gibt es bestimmte Dinge, die ich mir in einem Auto im allgemeinen besser vorstellen kann – das erfüllt derzeit aber noch kein Auto, weil die Technik noch nicht soweit ist oder ich der einzige bin, der so etwas haben wollen würde … Beispielsweise kann ich im Porsche mit den Schalt-Paddles die Gänge wechseln, doch warum kann ich nicht auch die Einstellung der Automatik am Lenkrad vornehmen. Warum muss ich überhaupt eine Einstellung wählen? Wenn ich den Wagen starte, mich angeschnallt habe, das Lenkrad umfasse und auf das Gaspedal drücke, will ich losfahren. Wenn ich die Bremse drücke bis zum Stillstand, den Sicherheitsgurt löse und die Tür öffne, will ich den Wagen parken. Das sind generelle Dinge, die derzeit noch kein Auto kann.

Details

Gibt es etwas, dass ich an dem Cayenne ändern wollen würde? Vor ein paar Jahren konnte man in den Autos den Vordersitz in der Längsposition (nach vorne und hinten) nur auf einer Schiene in verschiedenen vorgegebenen Positionen verstellen – der Sitz musste einrasten. Die Rückbank war starr. Heute sind wir soweit, dass in vielen Autos die Vordersitzt stufenlos elektrisch verstellbar sind und die Rückbank hat die Schiene bekommen. Hier könnte doch auch durchaus eine elektrische Verstellung realisiert werden.

Eine Schnittstelle, die es derzeit schon besser gibt und die ich mir beim Porsche noch besser wünschen würde, ist die Verbindung zwischen Mobiltelefon und Fahrzeug. Ich hatte in einem vorherigen Artikel über Porsche Car Connect App berichtet, doch damit kann ich nur eine Auswahl an fahrzeugspezifischen Funktionen bedienen. BMW beispielsweise hat eine Verbindung, über die ich Navigationsziele direkt an das Auto übergeben kann und nach dem Einsteigen zeigt mir das Navigationssystem direkt die Daten und beginnt die Route.

Auch das Head-Up-Display im BMW habe ich kürzlich bestaunen dürfen und sehe es – nach einem ersten Blick – als sehr sinnvolle Ergänzung. Ich habe direkt meine Geschwindigkeit und das eventuell vorhandene Tempolimit im Blick und muss nur noch gelegentlich auf die Instrumente unter dem Armaturenbrett schauen. Ich sehe ohnehin den großen Bildschirm in der Mitte als wenig sinnvoll. Fahrer und Beifahrer müssen zur Seite blicken, gerade beim Touchscreen ist die Bedienung teilweise auch mit Verrenkungen verbunden. BMW, Audi, Mercedes, Porsche und andere machen doch schon den ersten Schritt: Im Display zwischen den Tachometern und Drehzahlmessern kann ich mir das Navigationsbild anzeigen lassen. Ich brauche den großen Bildschirm in der Mitte nicht mehr. Vor allem in Verbindung mit dem Head-Up-Display.

Ich schätze, es gibt noch weitere Dinge und ich bin mir absolut bewusst, dass die meisten Dinge ein „Jammern auf hohem Niveau“ darstellen. Wir reden ja in diesem Beitrag auch von Perfektionismus. 🙂

Warum ein SUV?

Warum eigentlich ein SUV und keine Limousine? Wer die Beiträge verfolgt hat, der hat vielleicht bereits den Artikel zu meinem Streckenprofil als KUTTANG-Fahrer gelesen. Hier hatte ich bereits einen Grundstein gelegt.

Über was sprechen wir eigentlich?

Die Wahl des Fahrzeugtyps – Sportwagen, Limousine, Van, SUV, Geländewagen – ist, wie viele andere Wahlmöglichkeiten, eine mit mehreren verschachtelten Facetten. Was für ein Typ Mensch ich bin? Welche Strecken fahre ich? Bin ich ein rationaler denkender und handelnder Mensch und fahre täglich 10 Kilometer zur Arbeit, bin aber sonst ohne Auto unterwegs, dann werde ich eher einen Kompakt- oder vielleicht sogar einen Kleinwagen nehmen. Wohne ich in der Stadt, nutze für den Arbeitsweg das Fahrrad und somit das Auto nur für Einkäufe oder zum Besuch von Freunden, dann wird die Wahl eventuell ähnlich ausfallen. Jemand der häufig lange Strecken fährt – Vertreter, Sales-Mitarbeiter oder auch einige Berater – mögen vielleicht mehr den Komfort einer Limousine. Nehmen wir einen stylischen Marketing-Manager, der vielleicht noch sehr extrovertiert ist und eine Neigung zu schnellen Autos hat, dann ist der Sportwagen quasi unausweichlich. Insofern ist für jede Kombination von Mensch und persönlichem Hintergrund die Wahl des eigenen Autos auch extrem individuell.

Wie sieht es bei mir aus?

Ich habe in den zurückliegenden Jahren meine Fahrweise deutlich beruhigt. Schnell bin ich nur noch selten unterwegs und dann auch nicht, um neue Höchstgeschwindigkeiten zu erreichen, sondern vielmehr weil die leere Autobahn eine höhere Reisegeschwindigkeit zulässt. Mittlerweile habe ich auch verschiedenste Fahrzeugtypen gefahren – von Kleinwagen über Sportwagen, Limousinen bis hin zu Geländewagen – und prinzipiell ist mir keiner davon zuwider. Ich habe für mich herausgefunden, dass ich gerne nach oben oder zumindest auf gleicher Ebene einsteige. Nicht nur, weil ich älter werde, sondern auch weil ich es super komfortabel finde. Bei meinen Besuchen in verschiedenen Porsche Zentren habe ich mich unter anderem in einen Panamera gesetzt und in einen 911’er sowie einen Cayman „gelegt“. Das Gefühl, so nah an der Straße zu sein ist sicherlich bei sportlicher Fahrweise ein Hochgenuss, doch bei 600 Kilometer Wegstrecke wird mir das irgendwann zu ungemütlich. Ja, sogar der Panamera war mir da schon zu niedrig und mit den angedeuteten Schalensitzen zu unbequem. Bei Porsche blieben mir somit nur noch Macan und Cayenne.

Natürlich finde ich auch andere Marken angenehm, wie beispielsweise Audi, doch hätte ich für meine Wunschkonfiguration im Q3 noch mindestens ein weiteres Jahr warten müssen. Audi packt hier alle technischen Neuerungen zunächst in den A3 und dann in den Q5 bevor es in den Q3 kommt. So wäre beispielsweise ein dynamischer Tempomat – der Abstandsregeltempostat bei Porsche – noch nicht möglich gewesen. Im Q5 schon, doch der Wagen gefällt mir von der Formgebung nicht mehr so gut. Leider wird diese Formgebung mit dem Q7 eher schlechter als besser, so dass auch der leider ausfiel.

Da ich kein großer BMW Fan bin, habe ich die Marke bei meiner Suche aussen vor gelassen. Das ist keine Disqualifizierung der Marke generell, es muss jeder selber wissen, welches Auto er oder sie schön findet und welche Innenausstattung gewünscht wird. Naja und wenn ich schonmal meinen Traumwagen konfigurieren kann, dann nehme ich lieber Porsche 🙂 Somit war ich wieder zurück bei Macan und Cayenne und hier schliesst sich der Kreis zu meinen vorherigen Artikeln. Im Cayenne kann ich all meine Strecken bequem und mit viel Komfort fahren und fühle mich rundum wohl.

Ein letzter Urlaub ohne Porsche

In meinem Fahrprofil hattte ich gesagt, dass ich sowohl Kurz-, Mittel- als auch Langstrecke fahre und wir starten in Kürze unseren letzten Urlaub mit dem derzeitigen Jeep. Zeit, Abschied zu nehmen.

Was werde ich vermissen

Nichts! 🙂 Nein, der Jeep ist ein schönes Auto und hat auch tolle Seiten. Die hohe Sitzposition ist sehr angenehm, das Fahren auf Landstrassen ist einfach ein Erlebnis. Es ist dieses Offroad-Gefühl, was ich in diesem Auto bekomme – auch wenn er sehr wahrscheinlich nur begrenzt tauglich für echtes Gelände wäre. Das Gefühl zählt und für mich war der Jeep die Wiederentdeckung der Langsamkeit. Das meine ich übrigens wirklich positiv, denn normales Fahren hat seinen Spaß zurück. Im Audi war eher sportliches Fahren oder zumindest schnelleres Fahren angesagt und vom Wagen gefördert. Das war auch schön und mit dem Jeep ist es einfach ein Erlebnis „normal“ zu fahren. Es hat etwas Erhabenes, nicht von der Qualität des Fahrzeugs oder der massiven Innenausstattung, sondern eher von der Marke und dem wofür die Marke steht.

Das klingt nach nicht viel, doch es hat mein Fahrerlebnis bereichert und Spass gemacht. Natürlich gibt es auch Dinge, die nicht so schön waren, wie beispielsweise die Übersetzung, der schwache Vortrieb bei extrem hoher Drehzahl. Auch die Verarbeitung des Amerikaners ist nicht wirklich überzeugend, doch die Marke kommt aus dem Offroad-Bereich und ist sehr wahrscheinlich im Gelände mit einem einzigen Schraubenschlüssel wartbar – egal ob der Keilriemen oder die Nockenwelle getauscht werden muss.

Auf langen Strecken ist es insgesamt angenehm mit dem Jeep, auch wenn die Reisegeschwindigkeit absolut diesseits der 140 km/h-Grenze liegt. Der Verbrauch ist konstant, egal ob ich 130 oder 80 fahre … leider konstant 10 Liter, aber konstant. Er fährt sich dank Automatikgetriebe und Tempomat sehr entspannt auf den langen Strecken und ist bisher – zumindest subjektiv – wenig Windanfällig gewesen. Fahrten von Frankfurt nach Berlin oder Belgien waren sehr bequem und schön zu fahren.

Schön ist auch der Start-Check nach dem Einsteigen, wie im Flugzeug:

  • Motor an … Check!
  • Abstandswarner vorne ausschalten – Knopf 4 Sekunden gedrückt halten … Check!
  • Tempomat am Lenkrad einschalten … Check!
  • Anzeige unter dem Tacho auf Verbrauch umstellen … Check!
  • Los gehts!

Wieso sollte ich die Abstandswarner vorne ausschalten? Naja, wer es mag, dass bei Geschwindigkeiten über 50 km/h plötzlich einfach mal der Piepton angeht, der kann es natürlich angeschaltet lassen. Leider kann ich die Pieptöne weder vom Ton verändern noch in der Lautstärke 🙁 Und ja, diesen Prozess muss ich bei jedem Start machen, denn der Wagen vergisst beim Ausschalten die Einstellungen.

Worauf ich mich am meisten beim nächsten Urlaub freue

Ich freue mich am meisten auf das große Plus an Komfort, die deutlich bessere Motorisierung und das elektrische Fahren für den nächsten Urlaub. Ich glaube, dass das Spassgefühl bei mir auch bei langsamer Fahrt erhalten bleibt – entspricht eher meinem Fahrstil – und ich es noch mehr genießen werde. Ich freue mich auf ein großartiges Cockpit mit noch mehr Knöpfen und technischen Gadgets und ein riesiges Schiebedach.

Ich glaube gerade bei längeren Reisen wird der Porsche viel angenehmer zu fahren sein und das Fahrerlebnis wird nochmal deutlich gesteigert. Darauf freue ich mich und genieße schon jetzt in Gedanken bei den Fahrten im Jeep die Aussicht auf die Verbesserung und natürlich auf die Erfüllung eines großen Traumes.

Neues Denken – Fahrweise

Wenn man jahrelang, ja sogar jahrzehntelang das Fahren von Autos mit Verbrennungsmotor gewohnt ist, hat sich ein gewisses Fahrverhalten eingeschliffen. Muss das verändert werden? Naja, ich bin mir nicht sicher, doch denke ich, dass bei gleicher Fahrweise zumindest der Vorteil eines Hybrid nicht ausgeschöpft werden kann. Wenn ich mir ein Hybridauto kaufe, dann möchte ich ja damit auch etwas im Äußeren verändern. In meinem Fall ganz konkret: mein Traumwagen mit einem möglichst geringen Verbrauch fahren. Dabei ist die Reduktion des Verbrauchs kein Resultat von Sparzwängen, sondern vielmehr eine Herausforderung für meinen Kopf. Wie viele Kilometer schaffe ich mit einer Tankfüllung. Wie sehr kann ich meine Fahrweise optimieren? Auch hier ohne auf die Diskussion zu kommen, dass die Ölvorkommen unseres Planeten endlich sind.

Vorausschauen

Vorausschauende Fahrweise bekommt man in der Fahrschule beigebracht und ein Großteil der Fahrer und Fahrerinnen vergisst diesen Teil als erstes wieder. Das Phänomen, dass ich bei mir häufig sehe: ich fahre alleine oder mit meiner Frau vorausschauender als mit anderen Beifahrern. Ob das an angestrengten Unterhaltungen liegt oder an anderen Dinge weiß ich nicht. Doch wenn ich alleine – oder mit Frau – unterwegs bin, dann versuche ich den Verkehr auf der Straße „zu lesen“. Ich versuche so flüssig und gleichmäßig wie möglich zu fahren, denn letztendlich geht es beim Vorausschauen genau darum: Wenig Veränderung an der Geschwindigkeit.

Finde Deine Mitte – Gleichmäßigkeit

In einem Forum zu Elektromobilen habe ich gelesen, dass eine gleichmäßige Fahrt mit einer Geschwindigkeit zu mehr Reichweite führt, als eine Fahrt mit unterschiedlicher Geschwindigkeit, die sich in der Gesamtfahrzeit auf die gleiche Geschwindigkeit mittelt. Das ist jetzt nicht wirklich überraschend, da natürlich die Beschleunigung von 2,5 Tonnen mehr Kraft in Anspruch nimmt, als durch Verzögerung oder Bremsen zurückgewonnen werden kann. Und doch ist genau das die große Herausforderung. Gegner in dieser Mission: Kreuzungen mit oder ohne Ampeln, Kreisverkehre, unwürdige Fahrweise anderer Verkehrsteilnehmer.

 

Natürlich gibt es auch hier Grenzen. Ich habe beispielsweise auf meinem Arbeitsweg eine Ampel hinter einer Kurve. Wenn ich um die Kurve komme, sehe ich den Ampelstatus und meine Reaktionsmöglichkeit sind auf den verbleibenden 100 Metern sehr begrenzt. Dafür habe ich andere Abschnitte, in denen ich den Hügel hinunter den Verkehr der nächsten 800 – 1.500 Meter sehen und reagieren kann.

Beobachtung – Strecken-Geschwindigkeitsprofil

Was ich hier für mich entdeckt habe ist die Beobachtungswerte bei mehreren Fahrten der gleichen Strecke zur ungefähr gleichen Zeit. So konnte ich auf meinem Arbeitsweg sehen, dass auch bei vermeintlich freien Landstrasse (Sichtweite bis 800 Meter) eine Geschwindigkeit von mehr als 90 km/h nur selten sinnvoll ist, weil hinter der nächsten Biegung oder Kuppe wieder mehrere Autos Kolonne fahren mit 70 – 90 km/h. Auch spannend waren die gleichen Beobachtungen auf dem folgenden Autobahnabschnitt: der erste Teil kann durchaus mit 140 bis 150 km/h gefahren werden, doch nach ca. 6 km ist diese Phase vorbei. Bedingt durch ein Autobahnkreuz und den hinzukommenden Verkehr ist auf den nächsten ca. 6 Kilometern nur eine Geschwindigkeit von 100 – 120 km/h möglich. In der Konsequenz habe ich meine Fahrweise darauf eingestellt, um eine möglichst gleichbleibende Geschwindigkeit halten zu können. Es funktioniert, ich bin weder Verkehrshindernis, noch muss ich ständig abbremsen und beschleunigen. Auch hier gibt es natürlich gute und noch bessere Tage, doch alles in allem, konnte ich dadurch schon den Benzinverbrauch des jetzigen Wagens um einen halben Liter senken. Ich bin gespannt, was hier der Hybrid sagen wird, denn hier kommt zu der Komponente Benzin ja noch der Stromverbrauch hinzu. Hierzu habe ich einem vorherigen Beitrag zur strategischen Fahrstreckenplanung bereits mein Versuchsvorgehen beschrieben.

Warum ein Porsche Hybrid

Warum?

Die spannende Frage für einige Menschen ist: Warum kauft man sich einen Porsche Hybrid? Das ist doch totaler Quatsch, eine Mogelpackung, nur für das Gewissen, …

Ein Porsche Hybrid ist sicherlich nicht der Aspirant auf den grünen Umweltelefanten oder sonstige Plaketten, die man für Umweltfreundlichkeit bekommen könnte. Das ist auch gar nicht mein Ziel. Ich bin durchschnittlich umweltbewußt und fühle mich nicht schuldig an jeder Misere auf diesem Planeten. Ich achte an vielen Stellen auf meine Umwelt und darauf, dass wir diesen Planeten noch länger bewohnen und nutzen können.

Ein Traum

Ich habe schon immer von einem Porsche geträumt. Ich war seit seinem Debüt von dem Cayenne fasziniert und wollte mir irgendwann diesen Traum erfüllen. Und ja, ich finde 12-15 Liter Verbrauch auch nicht mehr zeitgemäß und da kommt für mich der Hybrid ins Spiel! Ich erwarte von dem Wagen, dass ich ihn mit 7-10 Liter Verbrauch fahre, da ich eher defensiv und zurückhaltend fahre und das ist doch gar nicht so schlecht für ein Fahrzeug mit knapp 2,5 Tonnen Gewicht, über 400 PS und einer erstklassigen Ausstattung. Natürlich kein Vergleich zu einem Prius oder anderen Hybriden, doch ich will diesen Vergleich ja auch gar nicht, denn ich möchte meinen Traum erfüllen.

Diejenigen, die mit Ihrem Auto einen größeren Beitrag zum Umweltschutz leisten möchten, können entweder ganz auf ein Auto verzichten oder auf Car-Sharing-Modelle bzw. vollektrische Fahrzeuge zurückgreifen. Ich hätte auch einen Tesla kaufen können, doch mag ich das Design nicht sonderlich und die Reichweitenthematik ist für mich nocht nicht zufriedenstellend gelöst. Es möge jeder nach seinem Gusto handeln und meines war nicht der Kauf eines Umweltautos des Jahres.

Ich bin mir natürlich bewusst, dass die von Porsche angegebene Reichweite von 36 km rein elektrisch nur auf dem Prüfstand machbar ist. Mein Arbeitsweg ist ca. 25 km einfache Strecke, wobei ich morgens über kleinere Hügel hauptsächlich bergab und abends hauptsächlich bergauf fahre. Mit dem „normalen“ Hybridmodus rechne ich damit, dass ich den Benzinmotor nur auf wenigen Teilen bergab Strecke benötige, um einen Großteil der elektrischen Reichweite für den Heimweg berauf zu sparen. Und auch hier: es war nicht meine Absicht, auf jeden Fall vollektrisch zur Arbeit und zurück fahren zu können. Das Auto an sich steht für mich im Vordergrund und dieses Gefährt auf 50 km mit knapp 4-5 Liter pro 100 km zu bewegen ist für mich wunderbar!